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DAK-Chef übt scharfe Kritik: “Das Impfmanagement ist desaströs!”

In einem aktuellen Gespräch und Podcast mit dem Vorsitzenden des Vorstandes der DAK-Gesundheit, Andreas Storm, äußert dieser scharfe Kritik am Pandemie-Management. Der ausgewiesene Gesundheitsexperte und Chef einer Krankenkasse mit fast sechs Millionen Mitgliedern, ist Volksdorfer und sagt: „Teile der Pandemie-Bekämpfung laufen grottenschlecht!“

Die DAK-Gesundheit hat sehr früh begonnen, mit einem Krisenstab der Krise entgegen zu wirken. Mit Erfolg. Home-Office für viele Mitarbeiter, hohe Sicherheit für die Beschäftigten, keine Einschränkungen bei den Gehältern. Als Schulen und Kitas plötzlich geschlossen wurden, gab es sehr früh Betreuungsangebote für die Kinder der Beschäftigten. In sogenannten “Solidarpakts” mit den Personalvertretungen hat die DAK intern ihre Krisensicherheit deutlich gesteigert.

Hätte auch die öffentliche Hand mit gleicher Konsequenz gehandelt, wären wir deutlich besser durch die Krise gekommen. Denn im öffentlichen Leben sieht es seit Monaten bitter aus. Zu bedauern ist aus Sicht der Krankenkassen, dass sich viele Menschen unsicher fühlen und aus Angst nicht mehr den Arzt aufsuchen. Mit fatalen Nebenwirkungen. Während die Medien nahezu ausschließlich über “Corona-Fälle” berichten, nehmen andere Erkrankungen zu, weil sie nicht früh genug erkannt oder behandelt werden. Auch im Bereich psychischer Erkrankungen gibt es Zuwächse, insbesondere bei der Dauer der Verläufe. Das ist besorgniserregend, so Storm. Wir sollten auch in der Krise den Arzt aufsuchen, wenn wir uns nicht sicher sind, ob eine ernstere Erkrankung vorliegt. Bei einem “einfachen Durchfall” muss allerings abgewogen werden. Doch viele Ärzte bieten inzwischen “Video-Sprechstunden” an, bei denen der Patient zuhause bleiben kann. Die häufigen Arztbesuche der Deutschen, so Storm, gehen darauf zurück, dass auch bei “Bagatelle-Erkrankungen” für den Arbeitgeber eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) ausgestellt werden muss. Aktuell ist übrigens auch die “telefonische Krankschreibung” möglich.

Exakte Zahlen zu aus Corona-Gründen verschobenen Operationen liegen derzeit allerdings noch nicht vor. Sicher aber ist, um Krankenhausbetten frei zu halten, wurden wichtige Operationen verschoben. Allerdings deutet sich an, so Storm, dass die Kapazität an Intensivbetten in der aktuellen “dritte Welle” bald ausgeschöpft sein könnten.

Auch die Suchtrisiken haben mit den Einschränkungen durch Corona zugenommen. Wobei der übermäßige Alkoholkonsum, durch die geschlossene Gastronomie auf die eigenen vier Wände reduziert, noch schwer einschätzbar ist. Deutlich anders sieht es bei den digitalen Suchtgefahren aus. Die Computerspielsucht nimmt zu, eine Untersuchung zeigt sehr deutlich, dass Online-Glücksspiele als sehr bedenklich einzuschätzen sind. Insbesondere wird sich die aktuell von der Politik entschiedenen Zulassung von Online-Glücksspielen negativ auswirken. Der Gesundheitsexperte Storm sieht hier Gefahren durch die “Niedrigschwelligkeit”, es ist leicht, in die Spielsucht abzugleiten und viel Geld zu verlieren. Insbesondere durch die Anonymität, wenn Menschen ohne sozialer Kontrolle zuhause – häufig alleine – vor dem Computer sitzend ihr Vermögen verspielen können. Ausgerechnet dieses Gesetz in der Corona-Krise zu verabschieden hält Storm für ein deutlich falsches Signal.

Im Mittelpunkt der aktuellen Pandemie-Bekämpfung steht das Impfen. Wie schätzt der DAK-Chef den Fortschritt ein? “Ich möchte es so auf den Punkt bringen: Das Impfmanagement ist desaströs und hochnot peinlich”, so seine scharfe Kritik! “Für uns als führende Industrienation ist das nur schwer zu ertragen”, fügt er hinzu. Wir liegen im Ländervergleich deutlich zurück. “Und dann die unwürdige Situation, wenn wir hoch betagte Menschen tagelang in nicht funktionierende Hotlines hineinziehen – das ist inakzeptabel und grottenschlecht!” Das sind klare Worte, nicht von irgendwelchen Corona-Querulanten, wie Regierungs-Kritiker gerne in den Medien abgetan werden, sondern von höchster Stelle.

Eine weitere noch offene Frage ist: Wie gehen wir mit der Unterscheidung von bereits geimpften – und noch nicht geimpften Menschen um, die noch lange auf ihren Impftermin warten müssen? Sollten die Geimpften ihre “Freiheit” zurückbekommen oder sollten sie solidarisch auf Reisen, Theater etc. verzichten? Das sei eine ethische wie auch eine rechtliche Frage, wir brauchen dazu Lösungen und klare Regeln, die der Gesetzgeber zeitnah schaffen muss.

„Teile der Pandemie-Bekämpfung laufen grottenschlecht!“

Die Gesundheitskosten der Pandemie sind enorm – werden diese auch zu Beitragserhöhungen für die Versicherten führen? Storm befürchtet sogar eine Verdoppelung der Beiträge. Denn es sollen ja ebenfalls die Bezüge der Menschen in den Pflegeberufen angehoben werden. Das muss alles finanziert werden. Insgesamt, so Storm, muss über eine generelle Novellierung der Finanzierung des Gesundheitssystems nachgedacht werden. Corona hat die aktuellen Schwächen sehr deutlich gemacht. Storm hält dazu einen “Convent” für denkbar, an dem sowohl Vertreter der Politik als auch des Gesundheitswesens teilnehmen, um grundlegende Reformen zu erarbeiten.

Hören Sie das ganze hochinteressante Gespräch als Podcast.

https://magazine.hamburg/alstercast-dak-chef-uebt-scharfe-kritik-das-impfmanagement-ist-desastroes/

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Tag des offenen Denkmals auch im Alstertal & Walddörfern

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Unter dem Motto „100 Jahre Denkmalschutzgesetz für Hamburg“ findet vom 10. bis 12. September 2021 der Tag des offenen Denkmals in Hamburg statt

Die Stiftung Denkmalpflege Hamburg und das Denkmalschutzamt der Behörde für Kultur und Medien laden Veranstalterinnen und Veranstalter ein, sich am diesjährigen Tag des offenen Denkmals zu beteiligen. Der Denkmaltag findet jedes Jahr unter einem anderen Motto statt. Dieses Jahr steht das Hamburger Denkmalschutzgesetz im Mittelpunkt. Auch auf das bundesweite Motto „Sein & Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“ kann Bezug genommen werden.

Am 1. Januar 1921 trat das Hamburger Denkmalschutzgesetz in Kraft und gibt seit nunmehr 100 Jahren einen wichtigen Rahmen vor, in dem die Stadt ihr baukulturelles Erbe schützt und erhält. Die Freude über die juristische Grundlage ist heute so groß wie damals, denn Denkmalschutz ist so aktuell wie nie: Er steht für das gemeinschaftliche Engagement für den Erhalt des baukulturellen Erbes unserer Stadt und für Klimaschutz durch Nachhaltigkeit im Umgang mit Ressourcen. Die Frage, welche Objekte, Baugattungen und Zeitschichten zukünftig für das baukulturelle Erbe der Stadt stehen sollen, erneuert den Blick auf potenzielle Denkmäler laufend. So werden derzeit besonders Gebäude und Anlagen vom Denkmalschutz in Augenschein genommen, die aus der Zeit zwischen 1975 und 1995 stammen. Der Tag des offenen Denkmals soll auch sie und damit Hamburgs junge Baugeschichte in den Fokus der Öffentlichkeit rücken.

Herrenhaus Wohldorf-Ohlstedt nimmt auch teil. Eigentümer Günter Sawitsch zeigt das Anwesen.

Da eine Informationsveranstaltung pandemiebedingt leider nicht stattfinden konnte, finden interessierte Veranstalterinnen und Veranstalter inhaltliche Anregungen und organisatorische Hinweise sowie das Anmeldeformular unter www.denkmalstiftung.de/denkmaltag.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Den Denkmaltag 2021 ganz im Zeichen des 100-jährigen Jubiläums des Hamburger Denkmalschutzgesetzes zu begehen, ist eine wunderbare Möglichkeit die gewachsene Denkmalvielfalt unserer Stadt sichtbar zu machen und gleichzeitig jüngere Baukultur zu präsentieren, deren potenzieller Denkmalwert der Öffentlichkeit bisher eher unbekannt ist. Schon jetzt gilt mein Dank den Veranstalterinnen und Veranstaltern, den Denkmaleigentümerinnen und Denkmaleigentümern, die Hamburgs Denkmallandschaft für Interessierte erlebbar machen und auf vielfältige Weise vom baukulturellen Erbe unserer Stadt und seiner Pflege erzählen.“ 

Der Tag des offenen Denkmals 2021 in Hamburg soll ein abwechslungsreiches Programm aus digitalen Angeboten und Präsenzveranstaltungen wie Rundgängen, Vorträgen sowie Kultur- und Familienangeboten bieten. Auch viele Baudenkmäler, die normalerweise nicht öffentlich zugänglich sind, öffnen an diesem Tag ihre Türen für Besucherinnen und Besucher. Kostenfreie Angebote zum Hamburger Denkmaltag können bei der Stiftung Denkmalpflege Hamburg angemeldet werden. 

Verbindlicher Anmeldeschluss für die Aufnahme in das Hamburger Programmheft ist der 15. April 2021.

Bei Fragen zur Anmeldung helfen Sonja Steinhoff und Stephanie Heinemann von der Stiftung Denkmalpflege Hamburg gerne weiter: Telefon: 040 34 42 93, E-Mail:denkmaltag@denkmalstiftung.de.

In Hamburg wird die Veranstaltung gemeinsam von der Stiftung Denkmalpflege Hamburg und dem Denkmalschutzamt organisiert. Bundesweit wird der Denkmaltag von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert. Er steht als Teil der „European Heritage Days“ unter der Schirmherrschaft des Europarats und findet europaweit im September statt.

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Kolumnen Politik & Gesellschaft

Kolumne: Verlorene Jahre

Die Zeit einer Kanzler-Dämmerung ist immer auch die Zeit der politischen Bilanz. Zunehmend mehr Zeitgeschichtler, Publizisten und Intellektuelle stellen aktuell die Frage: Was hinterlässt Merkel nach bald 16 Jahren Kanzlerschaft? Das fatale Missmanagement der Pandemie wirkt aktuell wie ein Brennglas auf ihr politisches Erbe. Mit dem Irrtum um die „Osterruhe“, dem bisher dämlichsten Fehler in der Corona-Geschichte (den übrigens auch Tschentscher selbstgefällig mitgetragen hat), war das finale Eingeständnis des gemeinsamen Scheitern.

Selbst geneigte Medien des deutschen Mainstreams kündigen die Gefolgschaft und erkennen: 16 Jahre Merkel waren zu viel! 

Es gibt zahllose Gründe: Merkels sogenannter „europäischer Ansatz“ bei der völlig misslungenen Impfstoffbeschaffung bildet den vorletzten tragischen Akt ihrer Kanzlerschaft. Ist doch Europa selbst in den letzten 16 Jahren zu einem kranken Selbstbedienungsladen für Süd- und Nehmerländer geworden, während unser wichtigster Partner – Großbritannien – in der Zeit ihrer Kanzlerschaft von der Fahne ging. 

Auch die CDU selbst erodierte. Ich erinnere mich gut, als mitten in der Krise der Masseneinwanderung hunderttausender Wirtschaftsmigranten, die illegal nach Deutschland hinein liefen und von denen keine Behörde wusste, wer sie eigentlich waren und die heute mehrheitlich in unseren Sozialsystemen hängen, die Empörung kochte. Unsere regionalen CDU-Politiker gingen mit Schmerzen ins Bett, vom Spagat, den Merkel-Kurs ihren empörten Wählern schön reden zu müssen, wo sie selbst völlig anderer Meinung waren. Die Abneigung gegen Merkels „Willkommens-Kultur“ trieb CDU-treue Bürger massenhaft zur AfD. Sie kam mit 20 % in den Bundestag. Rekord! Die Partei verstand sofort und antwortete brav: danke Merkel! 

Sogar Merkels selbst gewählte Nachfolge ging schief: Eine überforderte und unbeliebte Annegret Kramp-Karrenbauer versagte – Merkel wollte sie ernsthaft zur Kanzlerin machen. Und nebenbei sollte ein Mann abserviert werden, der aufrecht gehen und denken kann und zu ihrem schärfster Kritiker wurde: Friedrich Merz – ausrangiert und mit ihm das letzte bisschen Hoffnung auf den CDU-Markenkern.

Niemand zuvor hat dieses Deutschland so gespalten wie Angela Merkel! Der Begriff „alternativlos“, den sie gesellschaftsfähig machte, führte zur Spaltung in ein Deutsches „gut“ und „böse“. Wer „anders denkt“ wird diskreditiert. Klar! Gibt es keine Alternativen, ist jeder, der trotzdem alternativ denkt, ein Querulant, ein Irrer. Das war ihr Vergehen an unserer Demokratie, die vom Diskurs lebt.  

Ihr überraschender Atom-Ausstieg aufgrund eines schweren Seebebens vor Japans Küste und die überhastete sogenannte „Energie-Wende“, hat zu nichts weitergeführt, als den bei uns weltweit höchsten Strompreisen. Und eine deutliche Stärkung der Grünen.

Ihr aber wohl schwerster, unaufholbarer Fehler: Sie hat ihre politische Kraft – statt in die kolossal wichtige digitale Zukunft Deutschlands – eingesetzt, um den Dieselmotor und die deutsche Automobilindustrie zu diskreditieren. Alle digitalen Schlüsseltechnologien liegen jetzt im Silicon Valley oder in China. Zum traurigen Höhepunkt und Kronzeugen des digitalen Versagens wurde die „Corona-App“.

Warum Merkel trotz allem über 15 lange Jahre von einer wohlwollenden Journaille getragen wurde, muss medienwissenschaftlich noch aufgearbeitet werden. 

Und: Was hatte sie wirklich vor mit Deutschland – die in schwierigen brandenburgisches Stasi-Milieus aufgewachsene FDJ-Aktivistin? 

Und: Was ist übrig? 16 verlorene Jahre! Und eine enttäuschte Gesellschaft.

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Politik & Gesellschaft

Neuer Podcast: Wird der Einzelhandel unfair behandelt? Ein Gespräch mit ECE-Chef Robert Heinemann

Der Einzelhandel leidet unter Corona – wird er ungerecht behandelt? Die eingeleiteten Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie haben dazu geführt, dass der Handel inzwischen 6 Monate geschlossen. Politische Versprechen wurden gebrochen, der Handel kämpft ums Überleben. Wir sprachen dazu mit ECE-Chef Robert Heinemann (AEZ), der auch einen politischen Blick auf das Geschehen richtet. Ungerecht, sagt er klar, geht es derzeit auf jedenfalls zu. Und was wird aus den Zentren? Während der Online-Handel durch die Decke geht!

“Wir haben uns entschieden, keine weiteren Einkaufszentren mehr in Europa zu entwickeln. Wir sind der Meinung, dass dieser Markt gesättigt ist.” Die ECE hat sich einem großen Strukturwandel unterzogen und sich völlig neu organisiert und aufgestellt. Heinemann beschreibt im Podcast die neu entwickelten Bereiche. Wohnungsbau, Logistikzentren und Fondgesellschaften nehmen einer immer breiteren Raum ein.

Der Einzelhandel bleibt ein starker Bereich, steht aber unter Druck. Die Hamburger ECE leidet mit ihren über 200 Einkaufszentren stark unter den politischen Maßnahmen. Dass der Einzelhandel in großen Teilen über Monate schließen muss, bezeichnet Heinemann als “merkwürdig”, da er nach einer Reihe wissenschaftlicher Studien kein Ort ist, wo man sich infiziert, Großraumbüros, Kitas bilden ein deutlich höheres Risiko. Dennoch hat sich die Politik entschieden, den Einzelhandel bis auf lange Zeit zu schließen, bedauert Heinemann. Viele Händler stehen am Rande des Abgrundes – oder sind schon “durchs Rost gefallen”. Insbesondere die kleinen Unternehmen werden auch nicht mehr die Kraft haben, sich neu zu erfinden. Die nötigen finanziellen Mittel für Investionen in Digitalisierung sind nicht mehr aufzubringen.

Hören Sie das das ganze Gespräch als Podcast:

https://magazine.hamburg/alstercast-der-einzelhandel-leidet-unter-corona-wird-er-ungerecht-behandelt-ece-chef-robert-heinemann-im-gespraech/
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Henneberg-Burg gerettet

Nach Jahren der Unsicherheit gibt es jetzt eine Zukunft. Für die Burg in Poppenbüttel, von Liebhabern als das “kleinste Schloss der Welt” bezeichnet, gibt es wieder Planungssicherheit. Möglich wurde diese durch eine lange angestrebte Vereinbarung zwischen den Eigentümern und der Stadt Hamburg, die nun im “Rittersaal” der Burg unterzeichnet wurde.

Es war eine Odyssee, die das Ehepaar Hager, die Eigentümer der Burg hinter sich haben. Sie brauchten Planungssicherheit für den Kulturbetrieb auf der Burg, den sie über Jahre aufgebaut hatten. Dieser aber war in letzter Konsequenz nur geduldet, aber nie wirklich erlaubt war. 

In der Präambel des nun unterzeichneten Vertrags (der dem ALSTERTAL MAGAZIN vorliegt), ist folgendes zu lesen: Die Parteien sind sich in dem Ziel, dass durch die Bewirtschaftung der Burg Henneberg und der damit verbundenen Erlöse ein wesentlicher Beitrag zum Erhalt des Denkmals geleistet werden soll. Ferner sind sich die Parteien einig, dass durch die eingeräumte Handlungsfreiheit die Burg Henneberg durch die Eigentümer als eine der zentralen Kulturstätten im Alstertal erhalten werden soll. Dabei sind aber die Belange des Landschaftsschutzes, des Denkmalsschutzes und der Nachbarschaft im Rahmen der Gesetze zu wahren.

Burgeigentümer Ehepaar Hager.

Vereinbart wurde, dass sich die Eigentümer jährlich, jeweils im Herbst, mit der Finanzbehörde, dem Denkmalschutzamt und dem Bezirksamt Wandsbek, zu einem Austausch treffen. Ebenfalls soll die Bezirksversammlung über das Bezirksamt Wandsbek beteiligt werden.

Denn die neue Vereinbarung lässt nun auch eine gewerbliche Nutzung zu. Das war vorher ausgeschlossen. Die Parteien vereinbarten aber, dass “für die gewerbliche Nutzung vor allem kulturelle Zwecke im Vordergrund stehen.” Der Charakter des Denkmals allerdings soll gewahrt werdenSo sind jetzt auch insbesondere Seminare, Firmenveranstaltungen, Hochzeiten, Tagungen, Filmaufnahmen und vergleichbare Veranstaltungen, die den wirtschaftlichen Erhalt der Burg und des Anwesens ermöglichen sollen. Nun können auch wieder kleine Investitionen in die Instandhaltung getätigt werden, da Planungssicherheit besteht.

Miriam Hager (mitte) mit Dr. Andreas Dressel und (re.) und Wolfgang E. Buss. Der Verleger machte die Beiden damals miteinander bekannt.

“Was lange währt, wird endlich gut”, so eine erleichterte Miriam Hager gegenüber dem Alstertal Magazin. “Wir haben als Eigentümer einen langen Weg hinter uns, bis es gelang, den Knoten zum Platzen zu bringen!”

An dem Treffen im Rittersaal nahmen Hamburgs Finanzsenator Dr. Andreas Dressel, Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff sowie das Eigentümer-Ehepaar teil. Sie unterzeichneten den Vertrag, der der Alstertaler Kultur den Weg frei macht.

Nun gibt es nur noch eine Hürde: Corona! Würde auch die Pandemie so gut gelöst wie der oben beschriebene Vereinbarung, wäre Grund zur Hoffnung. Doch das klappt gerade überhaupt nicht. Und damit ist auch der unmittelbare Start des kulturellen Miteinanders noch bis auf weiteres verschoben.

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Frauenrechte weiter stärken

In einer interessanten neuen Folge unserer Podcastserie ALSTERCAST sprach der Verleger und Publizist Wolfgang E. Buss mit der Frauenrechtlerin Prof. Dr. Randzio-Plath anlässlich des Weltfrauentages 2021.

Obwohl der Kampf schon mehr als 100 Jahre geführt wird, sind Frauenrechte noch immer nicht verwirklicht. In Deutschland haben wir die Gleichberechtigung in die Verfassung geschrieben, trotzdem aber sind zum Beispiel in den Spitzenpositionen in der Deutschen Wirtschaft noch immer in Männerhand. Nur wenige Frauen schaffen es bis ganz nach oben.

“Frauenrechte sind Menschenrechte – weltweit: Alte Gefahren, neue Herausforderungen”. Das neue Buch. “Die Diskriminierung der Frauen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft dauert an, weil strukturelle Ungleichheit besteht und sich durch Gewalt gegen Frauen und weiter bestehende Vorurteile verstärkt. Wollen wir weitere 100 Jahre auf die Gleichstellung warten? Die Hoffnung der Frauen ist die Umsetzung der UN-Agenda für nachhaltige Entwicklung bis 2030.” Fotos: Landesfrauenrat Hamburg.

Deutlich übler sieht es in anderen Ländern aus. So beschäftigt sich das neue Buch von Randzio-Plath, die einst in der Hamburgischen Bürgerschaft wie auch im Europäischen Parlament saß, mit der weltweiten Situation der Frauenrechte. Und hier ist es in manchen Gesellschaften noch besonders düster. Insbesondere im Islam, der frauenfeindlichsten “Religion” der Welt, stehen Frauen immer weit unter dem Mann. Saudi-Arabien unterdrückt Frauen besonders übel, aber auch andere muslimische Gesellschaften. So sind Zwangsheiraten in der Türkei noch an der Tagesordnung, hinterweltliche Riten, die auch in unsere Gesellschaft eingeschleppt werden, und viel zu wenig bekämpft werden.

In dem Podcast beleuchten die beiden Gesprächspartner aber auch auf die geschichtlichen wie anthropologischen Entwicklungen weiblicher Unterdrückung durch das Patriarchat ein. “Es gibt noch viel zu tun”, fast Randzio-Plath das Gespräch zusammen.

https://magazine.hamburg/frauenrechte-weiter-staerken/

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Osteopathie – gesund werden ohne Medikamente

Wir alle haben das Wort schon einmal gehört, aber was ist Osteopathie? Sie ist zugleich Philosophie, Wissenschaft und Kunst in einem. Ihre Philosophie beinhaltet das Konzept der Einheit von Struktur und Funktion des Organismus im gesunden wie im kranken Zustand. Als Wissenschaft umfasst sie Teilbereiche der Biologie, Chemie und Physik im Dienste der Gesundheit sowie der Prävention, der Heilung und der Linderung von Krankheiten. Ihre Kunst besteht in der Anwendung dieser Philosophie und Wissenschaft in der Praxis.

Diese Definition der Osteopathie gilt bis heute. Um dem hohen Anspruch gerecht zu werden, benötigen Osteopathen vor allem in der Anatomie und Physiologie umfassende medizinische Kenntnisse.

Jörg Wentzel, Osteopath am Frahmredder in Poppenbüttel, beschreibt seine Arbeit so: „Die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Patienten, bei der das Vorgehen gemeinsam entschieden wird und der Patient jederzeit die Kontrolle und jede Entscheidungsfreiheit  hat, ist mir besonders wichtig“. 

Oft ermuntert er seine Patienten dazu, Fragen zum Behandlungsablauf zu stellen. Viel Vertrauen und Respekt sind wichtig für die Arbeit, das war auch ein zentraler Aspekt während seines Studiums an der European School of Osteopathy (ESO) in England. Osteopathen berücksichtigen gleichermaßen die Einheit des Körpers sowie das Wissen um seine Selbstheilungskräfte und die Wechselbeziehungen zwischen Strukturen und Funktionen. Der Osteopath verwendet keine Medikamente. Er behandelt die Körperstruktur des Patienten und wirkt so auf dessen Physiologie ein. Die eigentliche osteopathische Behandlung ist rein manuell.

Das Osteopathie Zentrum Liem am Frahmredder 16 wurde 1994 von Torsten Liem gegründet. Alle Therapeuten der Praxis haben eine fundierte Grundausbildung hinter sich, die mindestens 1350 Stunden umfasst und somit den Anforderungen der gesetzlichen und privaten Kassen erfüllt. Viele gesetzliche und die meisten privaten Krankenkassen bezuschussen oder übernehmen die Kosten für eine osteopathische Behandlung.


Weitere Infos:

Osteopathiezentrum Liem
Frahmredder 16, 22393 Hamburg, Tel.: 040-393514, e-mail: praxis@osteopathie-liem.de

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People Politik & Gesellschaft

Wieviel Frauenquote brauchen wir?

Podcast mit der Lemsahlerin Kristina Tröger

Sie ist eine vielseitige Frau. Unternehmerin, CeU-Präsidentin und Netzwerkerin. Was beschäftigt sie derzeit am stärksten? Wie wichtig sind gemischte Teams? Was ist von der Frauenquote zu halten? Darüber sprach Wolfgang E. Buss mit der Business-Frau in einem Podcast der Reihe AlsterCast.

„Wir leben im 21. Jahrhundert und haben noch immer ein Ungleichgewicht bei Frauen in der Gesellschaft. Insbesondere bei DAX-Vorständen wird das deutlich.“ Kristina Tröger findet klare Worte. Viele Frauen erlebten das nicht so stark. So herrschen zum Beispiel in Berufen wie Lehrerinnen oder Krankenhauspersonal sehr ausgeglichene Geschlechteranteile, in denen es keiner Quote bedarf. Deshalb sind Frauen in mittleren Hierarchien oft gegen die Quote. Dort ist sie nicht wichtig. Je höher allerdings die Positionen in Konzernen werden, desto deutlicher wird sichtbar: Hier haben fast nur noch immer Männer das Sagen. Doch warum ist das so? Die CeU-Präsidentin hat da Erklärungen: Männer ziehen immer Männer nach! Und, das ergänzt sie deutlich: Wir müssen den Frauen sagen: Zieht Frauen nach, wenn ihr in guten Positionen seid.     

Frauen würden viel mehr hinterfragen, so Tröger. Am Beispiel Aufsichtsrat macht sie es deutlich: Wenn ein Mann angerufen wird, ob er einen Aufsichtsrats-Posten annehmen möchte, sagt der sofort: ja! Eine Frau fragt zunächst nach, was ist denn das, was gibt es zu tun, was genau sind meine Aufgaben?

Das Engagement für die Frauen in Unternehmensführungen, warum ist das immer noch so wichtig? Dazu gibt es viele Erklärungen, auch wissenschaftliche. Es habe auch mit der Kinderbetreuung und dem Schulsystem zu tun, besonders bei Alleinerziehenden könne es zu einer Überforderung durch die Doppelbelastung kommen.

Wollen Frauen sich nicht in das Hauen und Stechen begeben? In die Kämpfe in den Konzernspitzen, mit 16-Stunden-Tagen? Dabei seien gemischte Teams, laut der CeU-Präsidentin, das Beste. Und Frauen müssen Frauen nach ziehen.

Tröger spricht sich deutlich für gemischte Teams aus. Nicht für reine Frauen-Teams. Sie seinen wissenschaftlich belegt das erfolgreichere Modell. Sie sind effizienter und haben die besten Ergebnisse im Ertrag. Doch die Konzernspitzen sind oft verkrustet, und was Deutschland angeht, nicht immer flexibel, in Chance-Prozessen oft unterlegen. Es steht die Frage im Raum, hätten wohl Frauen den millionenfachen Abgas-Manipulationen bei VW zugestimmt oder einen anderen Weg beschritten?

Die zwei wichtigsten Positionen in Europa sind mit Frauen besetzt: Angela Merkel als Kanzlerin der größten europäischen Volkswirtschaft und Ursula von der Leyen als Präsidentin der EU-Kommission. Doch Kritiker und Zeitgeschichtler stellen insbesondere Merkel ein bitter schlechtes Zeugnis aus: Nie war die deutsche Gesellschaft so tief gespalten in der Nachkriegsära wie unter Merkel. Und nie konnte eine AfD mit sagenhaften 20 % zur stärksten Opposition im Deutschen Bundestag werden, ein Ausdruck der Abspaltung großer Gesellschaftsgruppen, die sich angewidert von der Merkel-Politik abgewandt haben. Verbindend war da nichts! Man könne nicht alle Frauen über einen Kamm scheren, so Tröger. Einzelne Frauen, wie Merkel, sind nicht typisch für femininen Führungsstil. Auch eine Frau könne zum Machtmenschen werden, und ausgleichende Elemente in den Hintergrund geraten. Mit „typisch Frau“ ist nicht alles zu beantworten. Auch bedeutende Klima-Ikonen – Greta Thunberg und Luisa Neubauer – sind weiblich. Mit ihnen führen zwei junge Frauen die Bewegung. Doch auch Thunberg spaltet die Gesellschaft tief. Mit ihren Beschimpfungen während des Auftritts in der UNO („How dare you?“) behauptete sie, man habe ihr die Zukunft genommen. Kritiker werfen ihr vor, kein Verhältnis zur Realität zu haben. Schließlich lebe sie in einer Welt mit der geringsten Kindersterblichkeit, den meisten Frauenrechten, den wenigsten Hungertoten weltweit, die es je gab. Auch hier reicht Weiblichkeit alleine nicht.

Wie sieht Kristina Tröger die zunehmend eingeschränkte Meinungsfreiheit in unserer Gesellschaft? „Im vergangenen Jahr gab es einen großen Artikel in der ZEIT, nach der 70 Prozent der Bundesbürger ihre Meinung nicht mehr frei sagen wollen“, so Tröger, und das sei beängstigend! Ein Familienvater mit Kindern wird sich in seinem Unternehmen nicht mehr offen zur illegalen Migration äußern – aus Angst, den Job zu verlieren. Aktuell können wir nicht einmal mehr einfach auf die Straße gehen – wegen Corona. „Für mich war die Freiheit immer das Wichtigste in unserer Gesellschaft. Doch was wird aus diesem Land?“, fügt sie hinzu. Mut und Courage fehlen auch in vielen deutschen Medien. Man muss schon genau suchen, guten Journalismus zu finden.

„Wie wird es nach Corona weiter gehen?“, fragt sie sich. „Werden wir uns je wieder so unbeschwert – auch in Gesellschaft – küssen können, wie wir das einst getan haben?“

Welche Tipps hat Kristina Tröger für Unternehmerinnen und ihre Unternehmen aktuell, um die Krise zu bewältigen? „Weiterhin mutig sein, sich selbst stärken – und sich auch um sich selbst kümmern. Und einen guten Spirit behalten. Wir Unternehmerinnen sind eine besondere Spezies und müssen unseren Weg gemeinsam und konsequent weiter gehen!“


Kristina Tröger und der CeU

Kristina Tröger lebt in Hamburg-Lemsahl und äußert sich zu vielen wichtigen Fragen rund um Frauen in Führung, ob als Unternehmerin oder als Managerin. Der Club europäischer Unternehmerinnen e.V. (CeU) wurde auf Initiative von Kristina Tröger am 4. Dezember 2015 in Hamburg mit 40 Unternehmerinnen gegründet.
Alle Gründungsmitglieder waren sich einig, dass die Zeit mehr als reif war für dieses neue und moderne Netzwerk erfolgreicher Unternehmerinnen, das überparteilich und unabhängig Frauen in der Wirtschaft fördert. Mittlerweile sind weit über 700 Macherinnen im internationalen Netzwerk des Clubs vereint.
Wir verstehen uns als „Die moderne Stimme der Unternehmerinnen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft“. Dabei geht es erneut um die Frage, warum gibt es mehr Lehrerinnen als männliche Lehrer – aber in den Führungsebenen der Unternehmen eine Männerherrschaft. Kristina ist überzeugt, gemischte Teams wären erfolgreicher!

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https://magazine.hamburg/alstercast-frauen-in-fuehrung/
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People Politik & Gesellschaft

„Zukunfts-Republik“

Ein neues Buch, geschrieben von über 80 Autoren, springt mit seinen Lesern in die 2030-er Jahre. Der Alstertaler Unternehmer Philipp Möller und Dr. Christoph Ploß (CDU-Chef in Hamburg) sind Co-Herausgeber – mit einem Blick in die Zukunft. Von Wolfgang E. Buss

Warum man uns Lesern als allererstes einen Tritt in die Magengrube verpasst, um den Hinweis zu bekräftigen, wie „strukturell- oder alltagsrassistisch“ wir doch alle seien, bleibt unbeantwortet. Dr. Irène Kilubi (laut Instagram: Community Building | Corporate Influencer Strategy) jedenfalls darf als Opener und erste Autorin des hier vorgestellten Buches, einen Rundumschlag austeilen. Rassismus und Diskriminierung gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund bei der Personalauswahl ständen noch immer im Mittelpunkt, so Kilubi. Sie hätte dem Buch und den folgenden 79 Autoren einen Gefallen getan, differenzierter zu denken. Wir – als Magazin-Verlag-Hamburg – zum Beispiel, sind keine Rassisten – wenn wir Menschen ohne Deutschkenntnisse nicht onboarden können, liegt das alleine an der Sprachbarriere. Das wird auch für 2030 und viele, viele andere Unternehmen gelten! 

„Woran denken Sie, wenn Sie an die Zukunft denken“, fragt der Alstertaler Unternehmer Philipp Möller (Geschäftsführer Möller & Förster GmbH) in seinem Vorwort des Buches als Leitgedanken. Wenn er mit Menschen in seinem Umfeld über Zukunft spreche, treffe er immer wieder auf „German Angst“. Dabei besäßen wir doch eine hohe Reagibilität und Resilienz, neue Ideen umzusetzen. Zukunftsängste, also die Sorge der Deutschen vor den gigantischen Disruptoren Google, Facebook, Amazon und Co. und einer Berliner Bad-Governance, bezogen auf Innovation, sind allerdings schon fast berechtigt. Und dazu macht Möller in seinem Beitrag auch konkrete Vorschläge: So spricht er sich aus für den datengetriebenen und digitalisierten Staat und unterbreitet Politik und Verwaltungen Konzepte, um schnellere und effizientere Verwaltungen zu entwickeln. Das aber muss auch bedeuten, Personal im Staatsdienst den nötigen Changeprozessen anzupassen. Er fordert beim Recruiting junger Talente „digital first“ für den Staatsdienst, sowie den Blick stärker auf das „Digital-Skillset“ der Bewerber zu richten (als auf das rote oder grüne Parteibuch, wie derzeit in Hamburg wieder sehr ausgeprägt üblich, Anm. d. Red). So lautet einer seiner „Zukunfts-Bausteine“ für den digitalen Staat, in vielen Bereichen „KPI-getrieben“ zu operieren, um Soll- und Istgrößen besser zu vergleichen. Folgt man den 2030-Visionen Phillip Möllers, werden wir zahllose Optimierungsreserven identifizieren und nutzen, um so in eine Gesellschaft zu gleiten, in der der Verwaltungs-Staat auf das Smartphone reduziert wird.

Reisen wir ein Stück mit Christoph Ploß in die Zukunft wird schnell klar, die einfache Reduzierung von urbaner Mobilität auf das Fahrrad bleibt etwas für einfache Gemüter und Senatoren, deren höchster Innovationssprung die Erfindung des Fahrradhelms darstellt. Ploß sieht eine Zukunft mit fliegenden Taxis und autonom fahrenden Autos. Eine 5G-Gigabit Technologie, die intelligente und visionäre Mobilität in den Vordergrund von Forschung und Entwicklung stellt, statt sich dauernd vom Abendblatt mit Fahrradhelm-Fotos zum Helden schreiben zu lassen (Anm. der Red.). Wer autonomes Fahren vorantreibt, spart Menschenleben, rechnet Ploß vor. Denn das größte Risiko, um vom Fahrrad oder Auto direkt auf dem Friedhof oder im Krankenhaus zu landen, ist aktuell der Mensch! Alkohol am Steuer, die Schnell-noch-tippen-WhatsApp beim Abbiegen, Aggression bei Radfahrern oder Selbstüberschätzung bei den Autoposern, sind die Gefahren – nicht der Fortschritt. Künstliche Intelligenz wird diese Spezies mit modernster Mobilitätssteuerung und Überwachungstechnologien aus dem Verkehr ziehen, hin zu einer entspannteren Mobilitäts-Gesellschaft. Und das alles zunehmend CO2-frei (rechnet man CO2-Rucksack eine E-Auots einfach mal nicht mit), weil ein Netz intelligenter Ladensäulen das hoch volatile Angebot erneuerbarer Energien kompensieren kann, gestützt von lokalen Wasserstoff-Stationen, die überschüssigen Strom an sonnen- und windreichen Tagen zwischen speichern.

Besonders spannend die Vision des jungen Raoul Roßmann (Rossmann Erbe). Er sieht 2030 bereits als die „Post-Amazon-Ära“, mit revitalisierten Innenstädten, zerschlagenen Konzernen wie Google, Facebook oder eben Amazon. Vereinfacht gesagt, würde ein konsequent angewandtes Kartellrecht (knacken der Monopole) und die direkte Besteuerung der Online-Plattform-Giganten am Point-of-Sale, den Durchbruch bringen. Denn sie gedeihen an der völlig verfehlten Fiskalpolitik (Olaf Scholz) und der für sie künstlich entstandenen Marktvorteile (siehe Pandemie: die Läden sind leer – die Plattform-Umsätze gehen durch die Decke, ohne Ausgleichszahlungen!).  

So ist das Buch insgesamt ein Mutmacherbuch für alle, die Spaß haben, Zukunft neu zu denken. Und für jene, die mit ihrem genaueren Hinsehen das Vertrauen in viele irrlichternde Figuren der Hamburger oder Berliner Politik verloren haben und sich sorgen, das Deutschlands Zukunft verspielt wird.

Zukunftsrepublik: 80 Vorausdenker*innen springen in das Jahr 2030 von Marie-Christine Ostermann , Celine Flores Willers, et al.; campus Verlag

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Unerwünschte Wahrheiten! Ein Gespräch über den Klimawahn

Hamburgs ehemaliger Umweltsenator Prof. Dr. Fritz Vahrenholt (SPD) im Gespräch über sein neues Buch: „Unerwünschte Wahrheiten.“ Er wird totgeschwiegen, verächtlich gemacht oder niedergeschrieben. Nicht in diesem Podcast. Wolfgang E. Buss hat keine Angst vor Wissenschaftlern, die anders denken. Im Gegenteil: Er hat Angst vor deutschem Mainstream. Trotzdem fragt er kritisch nach. Und bekommt überraschende Antworten. C02 ist gut für die Pflanzen, und: Um das Jahr 1000 n.C. herum war es wärmer als heute. Das Klima ändert sich ständig, auch ohne den Menschen. Ein spannender AlsterCast für alle, die andere Meinungen noch aushalten können. 

Im Gespräch über unerwünschte Wahrheiten: Prof.Dr. Fritz Vahrenholt l.) und der Publizist Wolfgang E. Buss.

Hier den Podcast hören:

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