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Natur Politik & Gesellschaft

Beseitigung von Klimaschäden in den Walddörfern

Auf den Waldflächen der Revierförsterei Volksdorf ist es zu vielfältigen Schädigungen an den Bäumen gekommen. Diese sind bedingt durch den Klimawandel, fehlende Niederschläge und die Rekordsommer 2018, 2019 und 2020. Unter anderem sind im Laubwald Grünastabrisse an gesund anmutenden Eichen und Buchen zu beobachten. Insbesondere der Nadelwald ist stark geschädigt worden, da er durch die extreme Trockenheit sehr geschwächt und infolge dessen für Käfer attraktiv wurde. Die Bäume wurden durch Borkenkäfer wie den Buckdrucker (Ips typographus) und Kupferstecher (Pityogenes chalcographus) beflogen, stark besiedelt und dadurch zum Absterben gebracht. Zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit in den Erholungswäldern wird das Bezirksamt nun damit beginnen, die Schädigungen aufzuarbeiten und zu beseitigen.

Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff: „Neben dem Erholungsfaktor für die Menschen liegt uns die Gesundheit unseres Waldes sehr am Herzen! Aus diesen Gründen müssen wir jetzt reagieren und die geschädigten Bäume im gesamten Revier aufarbeiten.“

Volksdorfs Revierförster Alexander Knöttgen: „Für mich ist am Ende entscheidend, dass alle Bürgerinnen und Bürger sicher durch unseren Erholungswald kommen und auf den Schadflächen neuer gesunder Laub- und Mischwald durch Naturverjüngung und Nachpflanzungen entstehen kann. Die Maßnahmen werden zu kurzfristigen Sperrungen und zeitweise schlechterem Zustand der Wege führen, die wir schnellstmöglich wieder instand setzen werden.“

Das Bezirksamt plant unter anderem den Einsatz einer Wald-Spezial-Erntemaschine. Die toten Bäume werden gegriffen und in verwendungsbezogene Teillängen zersägt, die dann im Anschluss einem volkswirtschaftlichem Nutzen zugeführt werden.

Eine solche Maßnahme unter Einsatz der Spezialmaschine ist mit einer kurzen Störung verbunden. Sobald die Maschine die Waldwege befährt, sind die betroffenen Wege für Waldbesucherinnen und Waldbesucher aus Sicherheitsgründen gesperrt. Ein Transportfahrzeug wird die zerteilten Stämme an zuvor ausgewählten Plätzen aufschichten. Von dort werden diese dann mit einem Holz-LKW abtransportiert. Umgehend nach dem Abtransport des Holzes werden einige Waldwege in einem etwas schlechteren Zustand sein als vorher. Die Organisation der Instandsetzung der Waldwege wird nach Abschluss der Maßnahme umgehend erfolgen.

Der Einsatz einer Wald-Spezial-Erntemaschine dient dem Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Revierförsterei. Der Holzkörper der abgestorbenen Bäume wird nicht mehr mit Wasser und Nährstoffen versorgt, da die Borkenkäfer die lebensnotwendige Wachstumsschicht in der Rinde der Bäume zerstört haben. Die Bäume haben ihre Flexibilität verloren und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können trotz aller Vorsichtsmaßnahmen nicht mehr genau einschätzen, wie gefährlich und einsturzgefährdet ein bereits abgestorbener Baum ist.

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Allgemein

ERÖFFNUNG von ANNA HYE HAMBURG

In dem im Oktober 2020 neu eröffneten Geschäft in Wellingsbüttel finden anspruchsvolle Damen, Mode in zeitloser Eleganz: Von Mänteln, Röcken und Hosen über Etuikleider und Kostüme bis hin zu Hosenanzügen und Blazern reicht das Angebot der hochwertigen Kollektionsteile.

Die Auswahl ist groß und wird bestimmt von einer klassischen Linienführung. Exklusive Materialien und zeitlose Designs bestimmen das Bild – darüber werden sich Frauen mit einem hohen Anspruch an edle Kleidung freuen!

Im Sinne eines Komplett-Looks runden Accessoires wie Handschuhe, Hüte und Tücher mit inspirierenden Mustern die Produktlinie von ANNA HYE ab. Die richtige Adresse also für alle Damen, die immer gut angezogen sein möchten und die ihre Persönlichkeit mit qualitativ hochwertiger Mode in stilvollem Design unterstreichen möchten.

Alle Modelle sind handgefertigt – made in Germany.“

Ein Blick in die Boutique am Wellingsbüttler Weg 123 bestätigt: Zeitlose Eleganz, exquisites Design, hochwertige Materialien fügen sich hier harmonisch zu einer Kollektionslinie zusammen, welche die individuelle Schönheit und Ausstrahlung jeder Frau stilvoll unterstreicht. Ein Besuch bei ANNA HYE lohnt sich also. Öffnungszeiten:  Di.-Fr. 10.00 bis 14.00 Uhr und 14.30 bis 18.00 Uhr, Sa. 10.00 bis 15.00 Uhr sowie Montag auf Anfrage.

Mehr Informationen unter Tel. 040 52019980, per Mail info@annahye.de oder auf www.annahye.de

FOTOS KOMMEN NOCH

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Politik & Gesellschaft

Franziska Hoppermann für den Bundestag nominiert

Der Kreisvorstand der CDU Wandsbek hat die Bergstedterin Franziska Hoppermann einstimmig als Wandsbeker Kandidatin für die Bundestagswahl 2021 nominiert. Franziska Hoppermann ist 38 Jahre alt, verheiratet und hat einen Sohn. Ihre politischen Schwerpunkte sind unter anderem Kinder-, Jugend- und Verkehrspolitik.

Franziska Hoppermann, Fraktionsvorsitzende der CDU-Bezirksfraktion Wandsbek und Nominierte der Wandsbeker CDU für den Bundestag:  “Über die Nominierung und das in mich gesetzte Vertrauen freue ich mich sehr! Unser gemeinsames Ziel ist es, wieder das Direktmandat für Wandsbek zu gewinnen. Dieser Herausforderung stelle ich mich sehr gern. Als Fraktionsvorsitzende der Bezirksfraktion ist Wandsbek meine politische Heimat, die ich ab nächstem Jahr mit viel Herzblut und Engagement in Berlin vertreten möchte.”

Dennis Thering, Kreisvorsitzender der CDU Wandsbek: „Mit Franziska Hoppermann haben wir eine starke Kandidatin mit viel Erfahrung in verschiedenen Feldern von Verwaltung und Politik. Unser Bezirk braucht wieder eine überzeugende Vertretung in Berlin. Die nächste Bundestagswahl wird etwas Besonderes, da wir als Union erstmals seit langer Zeit ohne Angela Merkel ins Rennen gehen. Umso wichtiger ist es, dass wir auch in den Wahlkreisen alles geben und vor Ort stark sind. Ich freue mich darauf, mit Franziska Hoppermann gemeinsam in den Wahlkampf für Wandsbek zu ziehen, sobald ihr dann auch im Januar die Mitglieder auf  der Wahlkreisversammlung das Vertrauen geschenkt haben.“

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Politik & Gesellschaft

Offene Kinder- und Jugendarbeit: FDP fordert Stopp der Unterfinanzierung

“In manchen Stadtteilen in Wandsbek gibt es kein Angebot im Rahmen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit”, erklärt die Wandsbeker FDP-Fraktionsvorsitzende Birgit Wolff. Auf eine kleine Anfrage hin fand ihre Partei heraus, dass laut Verwaltung die Stadtteile Poppenbüttel, Sasel, Tonndorf, Wellingsbüttel und Wohldorf-Ohlstedt haben nichts dergleichen haben. “Trotzdem findet die Verwaltung das Angebot angemessen und ausreichend”, so Wolff und fügt hinzu, dass es selbst da, wo solche Einrichtungen bestehen würden, diese unterfinanziert sein.

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) wertet die FDP Fraktion Wandsbek als sehr wichtiges Angebot, Kinder und Jugendliche in ein selbstbestimmtes und mündiges Leben zu führen: „Nicht nur das Elternhaus und die Schulen dürfen Ansprechpartner für die Kinder und die Jugendlichen sein“, sagt Dr. Petra Haunhorst von der Wandsbeker FDP-Fraktion, „für die Entwicklung brauchen die jungen Hamburger und Hamburgerinnen auch Ansprechpartner und Kontakte innerhalb ihres eigenen Sozialraumes!“ Genau diese Angebote sind aber, wie die Antwort der Verwaltung auf eine schriftliche Kleine Anfrage (Drucksache 21-2129) der FDP-Fraktion zeigt, im Bestand gefährdet.

Obwohl auch die rot-grüne Regierungskoalition in der Wandsbeker Bezirksversammlung eine Sicherung der Arbeit der OKJA unterstützt, wie ein entsprechender fraktionsübergreifender Antrag in der Septembersitzung des bezirklichen Jugendhilfeausschusses zeigt, schützt das die entsprechenden Träger nicht vor den erheblichen Sparmaßnahmen des rot-grünen Senats.

Dabei ist schon jetzt das Angebot für eine Vielzahl von Kindern und Jugendlichen im Bezirk überhaupt nicht vorhanden, wie Dr. Haunhorst kritisiert: „Unsere Kleine Anfrage hat gezeigt, dass es in den Stadtteilen Poppenbüttel, Sasel, Tonndorf, Wellingsbüttel und Wohldorf-Ohlstedt derzeit überhaupt keine entsprechenden Treffpunkte für diese Zielgruppe gibt! Hier ist unsere junge Generation auf sich allein gestellt.“ Besonders ärgerlich sei vor diesem Hintergrund, dass die Antwort des Bezirksamtes von einem guten bestehenden Angebot gemäß dem Bedarf spreche: „Die Verantwortlichen scheinen nicht angemessen auf die desolate Situation zu reagieren!” Dahinter sei auch politischer Wille erkennbar, betont der Sprecher der FDP Fraktion im Regionalausschuss Walddörfer, Finn Ole Ritter: „Es ist offensichtlich, dass die Träger der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in den letzten Jahren immer mehr an den Rand gedrückt werden vom Ganztagsbetrieb in Kita und Schule – und damit hinein in Strukturen, die vom Staat gelenkt und kontrolliert werden.“ Individuelle Entfaltungsmöglichkeiten und persönliche Weiterentwicklung benötigten aber Freiraum und Freiwilligkeit. Ritter: „Gerade diese wertvolle präventive Sozialarbeit wurde in den vergangenen Jahren immer weiter zu Gunsten der sStaatlichen Angebote geschwächt.“

Die FDP Fraktion Wandsbek sieht die chronische Unterfinanzierung der Leistungen der OKJA als Beleg für diese unerfreuliche Entwicklung und fordert die Verwaltung auf, die Zukunft der Offenen Kinder- und Jugendarbeit zu sichern und die Unterfinanzierung endlich zu stoppen. Gerade jetzt in den Kontakt begrenzenden Zeiten seien kompetente Ansprechpartner für die Kinder und Jugendlichen fast nicht zu ersetzen – laut aktueller Verordnung der Senatskanzlei (§§ 4 und 25) sind Angebote der Kinder- und Jugendarbeit auch in Zeiten der Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus daher dezidiert erlaubt. „Die Relevanz dieser Angebote zeigt sich in der zügigen klaren Erlaubnis der Wiedereröffnung der Einrichtungen nach dem Frühjahrs-Lockdown ab dem 13. Mai,“ so Birgit Wolff, Vorsitzende der FDP Fraktion Wandsbek, „wir fordern die Verwaltung und den Senat daher auf, das Leistungspotential dieser Einrichtungen nicht nur anzuerkennen, sondern auch mindestens den Bestand nachhaltig abzusichern!” 

Aufmacherfoto: Gerade jetzt in den Kontaktbeschränkungszeiten ist die Offene Kinder- und Jugendarbeit wie hier im „JuLe“ in Lemsahl eine wichtige Anlaufstelle – die FDP Fraktion Wandsbek fordert daher nachhaltige Absicherung für diese Einrichtungen. © FDP Fraktion Wandsbek

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People

Patrick Bach spricht Kleiner Dachs

Yakari ist beliebt bei den Kids. Die Geschichten des kleinen Sioux gibt es in Heft- und Buchform, seit 2008 als Zeichentrickserie auf KiKa und seit dem 29. Oktober auch auf der Kinoleinwand – unterbrochen durch den Lockdown – und dann wieder danach. Mit dabei ist Schauspieler Patrick Bach, zumindest seine Stimme. Der Duvenstedter spricht Kleiner Dachs, Yakaris besten Freund. Wir sprachen mit dem 52-Jährigen über Teamgeist und Tierliebe sowie Klischees und Grauzonen.

Alstertalplus.de: Du sprichst seit 2008 den Kleinen Dachs in der KiKa-Zeichentrickserie. Jetzt gibt es einen Kinofilm. War es anders, die Figur fürs Kino einzusprechen?

Patrick Bach: Lustig, die Frage wird mir häufig gestellt. Nein, denn der Ablauf ist ja genau der gleiche … es ist der gleiche Monitor, das gleiche Mikro und das gleiche Studio. Ich spreche die Figur genau wie in der Serie. Es wäre ja auch komisch, wenn ich zu den Produzenten sagen würde, ich habe mir bei der Serie keine richtige Mühe gegeben und jetzt für den Kinofilm, da mache ich es anders. Nein, ich bringe selbstverständlich die gleiche Leidenschaft und Freude mit. Was anders ist, ist das Danach: große Leinwand, roter Teppich, Gespräche auf der Bühne – in diesem Fall mit Nova Meierhenrich als Moderatorin. Es ist klasse, diesen Film auf einer großen Leinwand zu sehen, denn in der Kinofassung ist er grafisch etwas aufwendiger gestaltet als die Serie und teils sogar 3D-animiert. Da kommt schon das schöne Gefühl hoch „wir machen Kino“ und man ist stolz.

Diana Amft (spricht den Biber Lindenbaum, d.Red.) und Patrick Bach bei der Weltpremiere des Kinofilms im Zeise. © 2020 LEONINE / Nils Jaspersen

Den roten Teppich gab es gerade in Hamburg bei der Weltpremiere des Films. Was war das für ein Gefühl, wahrscheinlich nach längerer Zeit, mal wieder eine Premiere zu feiern?

Das war schön und hat viel Spaß gemacht, Diana Amft (spricht den Biber Lindenbaum, d.Red.) und ich waren ja quasi die Mainacts. Ich kenne Diana ein wenig vom Synchronsprechen, sie ist witzig und lieb. Es war ein schöner Tag, auch deswegen, weil wir das ganze Team, also auch die Zeichner kennen gelernt haben – einfach alle, die für den Film verantwortlich sind, auch die Leute hinter den Kulissen. Das ist eine Ausnahme.

Ist man beim Sprechen seiner Rolle denn immer ganz alleine?

Nicht ganz, da ist der Cutter, der bei einem sitzt, und hinter der Scheibe gibt es noch Ton und Regie. Es sind in der Regel also vier Personen anwesend. Zumindest beim Kinofilm.

Deine Figur Kleiner Dachs ist ja ein wenig tolpatschig. Was gefällt dir an ihr und gibt es Gemeinsamkeiten?

Die Freude und die Energie und den Willen etwas zu schaffen, da bin ich ganz bei Kleiner Dachs. Okay, dass ich manchmal ein bisschen tolpatschig bin, will ich gar nicht ausschließen … Es gibt schon einige Parallelen. Aber auch zu Yakari, falls ich ihn gesprochen hätte, ich bin ebenfalls jemand, der positiv denkt und nach vorne prescht. Bin genauso hilfsbereit. Aber das haben wir doch alle unterschiedlich ausgeprägt in uns. Trotzdem finde ich es immer schöner, den Antagonisten zu spielen oder zu sprechen. Weil es meist die interessantere Rolle ist, Fieslinge sind in Serien immer interessanter als der Sonnyboy. Da ich oft als Schwiegermuttersliebling besetzt werde, bin ich froh auch mal andere Rollen zu bekommen, bei SOKO Stuttgart war ich letztens der Mörder.

Spricht seit 2008 den Kleinen Dachs für die KiKa-Serie und nun auch Yakaris besten Freund in der Kinoversion: Patrick Bach aus Duvenstedt. © 2020 LEONINE

Was gefällt dir an Yakari?

Vieles. Zum einen hat mich immer die Tatsache fasziniert, dass die Serie Yakari trotz des recht einfachen Zeichenstils – ist ja mehr so Biene Maja-Style – in Zeiten moderner und hochanimierter Trickfilme ein Riesenerfolg war und ist. Weil die Geschichten, die Botschaften, funktionieren. Es geht nicht, wie meist üblich, um irgendwelche Sci-fi-Superhelden, die sich mit modernsten Waffen schlagen und kämpfen, sondern um Teamgeist, Mut, Zusammenhalt, Liebe und vor allem um den richtigen Umgang mit den Tieren und der Natur – gerade das ist heutzutage in Zeiten von Massentierhaltung, Artensterben und Klimaerwärmung immer noch ein brisantes Thema.

Meine Kinder sind mit der Serie großgeworden, haben zwei bis drei Staffeln gesehen und sind mit den Hörspielen eingepennt. Wir haben uns alle gefreut, dass nun ein Kinofilm kommt.

Es gab und gibt ja Diskussionen um Indianerkostüme beim Fasching und klischeehafte Rollen von Indianern in Filmen – Klischees werden ja auch bei Yakari bedient. War das Thema bei euch?

Das kam natürlich auf, auch die Frage, was man noch sagen darf (Pause) … Ich finde das unheimlich schwierig, denn ich bin mit diesen ganzen Sachen aufgewachsen, wir haben früher als Kinder Cowboy und Indianer gespielt und es gab damals einen Mohrenkopf und Negerküsse. Es gibt bestimmte Begriffe und Begrifflichkeiten, die sollte man aus rassistischen und moralischen Gründen nicht benutzen, deswegen finde ich es richtig, diese, wie auch die beiden eben genannten Namen, zu streichen. Aber warum sollte man keine Indianer mehr zeigen können. Oft ist es doch so, dass es die betroffenen Gruppen gar nicht stört, wir uns aber sehr viele Gedanken dazu machen. Man weiß ja in vielen Fällen gar nicht mehr, was man noch sagen darf. Und was mich an derartigen Diskussionen besonders stört, ist die Tatsache, dass es keine Grauzonen mehr gibt, sondern immer nur noch Schwarz oder Weiß. Wir leben in einer Zeit, in der man anscheinend nur dafür oder dagegen sein kann. Ein „lass uns doch mal in der Mitte treffen“ fällt komplett weg. Und wenn du dich dann für eine Seite entscheidest, kommt der mediale Shitstorm von der anderen. Aus diesem Grund kann man ja kaum noch unbeschadet Stellung zu wichtigen Themen beziehen – das ist leider ganz schlimm geworden.

Du hast ja schon einige Figuren synchronisiert, Zeichentrickfiguren wie Kleiner Dachs, aber auch Personen wie etwa Frodos Gärtner Samweis Gamdschie – was macht mehr Spaß, Menschen oder Zeichentrickfiguren?

Die reale Synchronisation ist natürlich näher an einem dran, es gibt mehr Menschlichkeit. Beim Zeichentrickfilm ist hingegen interessant, in die unterschiedlichen Chargen reinzugehen. Man hat viel mehr Möglichkeiten, die Stimme so zu verändern, dass man verschiedenste Tiere oder Figuren darstellen kann. Das macht wahnsinnig viel Spaß. Und klar, die Rolle des Samweis Gamdschie im „Herr der Ringe“ ist die größte Synchronarbeit, die ich machen durfte. Sie steht für mich, obwohl sie fast 20 Jahre zurückliegt, immer noch ganz oben auf meiner Liste.

Yakari ist jetzt draußen, was gibt es an weiteren aktuellen Projekten?

Ich habe einiges aufgenommen, das noch ausgestrahlt wird. Beispielsweise habe ich gerade bei einer bekannten und erfolgreichen TV-Serie mitgemacht – bei der ein Tatortkommissar mitspielt und dessen Namen ich vor Ausstrahlung leider nicht nennen darf –, bei der viel „Freestyle“ dabei ist. Man erhält lediglich vor dem Dreh einen roten Faden durch die Geschichte, dann sabbelt man drauflos. Das war eine interessante Erfahrung und sehr witzig. Ebenfalls abgedreht sind Handpuppenfolgen für KiKa. Ich bin ein Erdmännchen-Zahnarzt. Das wird Ende November ausgestrahlt. Es folgen auch noch einige feste Synchronrollen bis Ende des Jahres. Beispielsweise bin ich Nikolas Lüthi in der Serie „Die Punkies“. Das ist eine fünfköpfige Rock-Pop-Band – drei Jungs und zwei Mädels –, die bei ihren Gigs immer in Abenteuer hineinschlittern. Das Schöne an der Arbeit zur Serie ist, dass es auch einige Songs gibt und dass die Folgen im Ensemble aufgenommen werden. Das sorgt für Abwechslung und Spaß. Kai Wehl

Inhalt des Kinofilms:

Yakari hat einen Traum: Er möchte eines Tages auf Kleiner Donner reiten, dem Wildpferd, das noch von keinem Sioux gezähmt werden konnte. Als die Jäger seines Stammes eine Herde Mustangs einfangen, kann Kleiner Donner mit einem mächtigen Sprung wieder entkommen. Yakari folgt dem jungen Pferd und befreit es, als es seinen Huf unter einem Felsen eingeklemmt hat. Für diese mutige Tat verleiht ihm Großer Adler, Yakaris Totemtier, die Gabe, mit Tieren zu sprechen. Auf der Suche nach Kleiner Donner gerät Yakari in einen reißenden Fluss. Er klammert sich an einen Baumstamm, stürzt aber dennoch einen Wasserfall herab und treibt den Fluss hinunter, weit weg von seiner Heimat. Nun ist es Yakari, der die Hilfe von Kleiner Donner braucht: Gemeinsam machen sie sich auf den weiten und abenteuerlichen Rückweg durchs Gebirge. Dabei treffen die beiden nicht nur viele verschiedene Tiere, es machen ihnen auch Kälte und Hunger zu schaffen. Dazu sind ihnen Jäger eines feindlichen Stammes auf der Spur und ein Sturm droht, Yakaris Eltern, die auf der Suche nach ihrem Sohn sind, in Gefahr zu bringen… Kinostart 29.10.

Der Kinofilm, der laut Patrick Bach etwas moderner als die Serie daherkommt startet ab heute (29.10.) im Kino. © 2020 LEONINE

Aufmacherfoto: Patrick Bach spricht im Yakari-Kinofilm Kleiner Dachs. © 2020 LEONINE

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Natur People

Ohlstedterin Christiane Blömeke ist neue BUND Hamburg-Vorsitzende

Der Hamburger Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hamburg) hat eine neue Vorsitzende. Auf ihrer Jahreshauptversammlung am Samstag im Bürgerhaus Wilhelmsburg wählten die BUND-Mitglieder mit großer Mehrheit die 60-jährige Umweltpädagogin und Kommunikationstrainerin Christiane Blömeke als Nachfolgerin von Maren Jonseck-Ohrt.

Diese stellte sich nach mehrfacher und langjähriger Amtszeit als Vorsitzende nicht mehr zur Wahl, übernahm jedoch das Amt einer Beisitzerin im Vorstand. Als stellvertretende Vorsitzende wurden der Steuerberater und Luftverkehrs-Kritiker Martin Mosel sowie der Physiker Dr. Wolfgang Lührsen gewählt.

Weitere Beisitzer im Vorstand sind der Leiter des Fachgebiets Stadtplanung und Raumentwicklung der HCU, Professor Jörg Knieling, sowie der Energie- und Verfahrenstechniker Jens Niemann. Neuer Schatzmeister ist der Diplom-Kaufmann Andreas Tjaden, der das Amt von Jutta Becher übernimmt, die aus Altersgründen nicht mehr kandidierte. Als Sprecherin der BUNDjugend im Vorstand wurde Anna Benferlou mit ihren Vertreterinnen Julia Lenz und Linnea Birth bestätigt.

Mit Christiane Blömeke steht nun eine Frau an der Spitze des Umweltverbands, die sich bereits vor über 30 Jahren beim BUND Hamburg engagierte, insbesondere im Bezirk Wandsbek und im Bereich der Umweltbildung. Von 2004 bis zum Frühjahr 2020 war sie Abgeordnete der Hamburger Bürgerschaft, unter anderem als stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen und deren Sprecherin für Gesundheit und Sport, Pflege, Senioren sowie Verbraucher- und Tierschutz. Ihre Entscheidung, im Frühjahr 2020 nicht mehr zur Bürgerschaftswahl anzutreten, begründete Blömeke u.a. damit, dass sie sich „noch freier und konsequenter“ für den Klima-, Umwelt- und Naturschutz einsetzen wolle.

Dies unterstrich Christiane Blömeke auch in ihrer Antrittsrede am späten Samstagabend in Wilhelmsburg: „Wir dürfen nicht vergessen, dass neben der Corona-Pandemie die Folgen des Klimawandels und der dramatische Rückgang von Tier- und Pflanzenarten unser Leben existenziell bedrohen. Hier sind die Expertise und das Einmischen des BUND auch in Hamburg wichtiger denn je. Als Landesvorsitzende möchte ich den BUND darin bestärken, den Weg eines politischen Umweltverbandes weiterzugehen, dort unbequem zu sein, wo es für unsere Zukunft erforderlich ist und die Politik zum Handeln zu bewegen – für die Natur, für eine intakte Umwelt, für Klimaschutz und Nachhaltigkeit.“

Aufmacherfoto: Christiane Blömeke hat sich bereits vor über 30 Jahren für den BUND Hamburg engagiert, jetzt ist sie die neue Vorsitzende und möchte sich nach langen Jahren als Grüne in der Hamburger Bürgerschaft – in diesem Jahr war Schluss – „noch freier und konsequenter“ für den Klima-, Umwelt- und Naturschutz einsetzen. © BUND Hamburg

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Natur Politik & Gesellschaft

Der Große Wiesenknopf ist die 42. Blume des Jahres

Seine Bestände sind rückläufig, sein Zuhause bedroht: Mit der Wahl des Großen Wiesenknopfes zur Blume des Jahres setzt sich die Loki Schmidt Stiftung für den Erhalt seines artenreichen Lebensraumes, das extensiv genutzte Grünland, ein. Die Bekanntgabe der „Blume des Jahres“ fand im Botanischen Sondergarten Wandsbek im Beisein der prominenten Stiftungs-Botschafter John Langley und Lothar Frenz, Geschäftsführer Axel Jahn, Leiterin des Projektes „Blume des Jahres“ Paula Höpfner und Helge Masch, Leiter des Sondergartens, statt.

Bunte Blumen, umherschwirrende Bienen, Schmetterlinge und Libellen: Der Anblick artenreicher Wiesen mag noch einigen vertraut vorkommen. Extensives, also schonend genutztes Grünland ist in den letzten 50 Jahren jedoch massiv zurückgegangen. Dabei zählt es zu den artenreichsten Lebensräumen unserer Kulturlandschaft. Der Blüten- und Strukturreichtum des Grünlands, insbesondere der Feucht- und Nasswiesen, bietet nicht nur dem Großen Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis), sondern zahlreichen Tier- und Pflanzenarten eine wichtige Lebensgrundlage. Darunter zum Beispiel dem Schlangen-Knöterich und der Kohl-Kratzdistel, dem Kiebitz und anderen Wiesenvögeln, und seltenen Schmetterlingsarten. Unsere Blühwiesen – tierisch wichtig!

© Loki Schmidt Stiftung/J. Denstorf

Aufgrund der maschinell schwierig durchzuführenden Bewirtschaftung und des relativ geringen Ertrags wurde vielerorts die klassische Heugewinnung auf solchen Standorten aufgegeben. Unter den heutigen Marktbedingungen sind sie unwirtschaftlich geworden. Stattdessen wurden viele dieser Wiesen trockengelegt, intensiv beweidet oder zu Äckern umgebrochen. Anderenorts wurde die Bewirtschaftung ganz aufgegeben. Schilf, Hochstauden und Gehölze traten an die Stellen der bunten Wiesenblumen.

Mit der Benennung des Großen Wiesenknopfes zur Blume des Jahres möchte die Loki Schmidt Stiftung auf die komplexen Probleme der Intensivierung der Grünlandwirtschaft aufmerksam machen. Als Teil der traditionellen Kulturlandschaft sind diese Lebensräume zwar weitgehend menschengemacht, haben sich aber über Jahrtausende zu einem festen, artenreichen und schützenswerten Teil Mitteleuropas entwickelt. Lebensräume wie diese zeigen, welch hohe Verantwortung wir übernehmen, wenn wir die Landschaft um uns herum überformen.

Im kommenden Jahr möchte die Loki Schmidt Stiftung gemeinsam mit ihren Spender*innen ein Zeichen für Natur- und Klimaschutz setzen, extensives Grünland schonend offenhalten und als Stiftungsland dauerhaft sichern.

Wer sich umfassend über den Großen Wiesenknopf und seinen gefährdeten Lebensraum Grünland informieren möchte, für den hat die Stiftung verschiedene Informationsmaterialien erarbeitet. Mit faszinierenden Naturaufnahmen und informativen Texten gibt eine hochwertig gestaltete, ausführliche Broschüre einen Einblick in den Lebensraum und beleuchtet dabei auch die zwei Schmetterlingsarten, den Hellen und Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling, die auf besondere Art und Weise von der Blume des Jahres abhängig sind.

Wer Garten oder Balkon hat, kann sich mit der Samenpostkarte 2021 nicht nur einen wahren Blickfang heranziehen, sondern sorgt durch die Aussaat auch gleich für ein reichhaltiges Nahrungsangebot für zahlreiche Insekten. Auch der Kalender und die alljährliche Postkarte zur Blume des Jahres sind bei der Loki Schmidt Stiftung unter bestellung@loki-schmidt-stiftung.de gegen eine Gebühr erhältlich (Broschüre: 4,- €, Samenpostkarte: 3,- €, Kalender: 4,- €, Postkarte: Spende erbeten)

2021 wird die Stiftung verschiedene Führungen, Tagungen und andere Aktionen zum Großen Wiesenknopf anbieten und die Pflanze in ihrem natürlichen Lebensraum vorstellen. Die Termine werden ab Februar auf der Website (www.loki-schmidt-stiftung.de) und im Veranstaltungskalender veröffentlicht.

Die Loki Schmidt Stiftung kauft, gestaltet und pflegt seit 40 Jahren Grundstücke für den Naturschutz, damit selten gewordene Pflanzen und auch Tiere dort überleben können. Viele praktische Projekte zum Schutz der Natur in Hamburg und ganz Deutschland haben die Stiftung bekannt gemacht. Mit der Aktion „Blume des Jahres“ rückt die Loki Schmidt Stiftung seit 1980 in jedem Jahr einen selten gewordenen Lebensraum in den Fokus und gibt der Natur damit eine Stimme.

HIER gibt es ein kleines Video zur neuen Blume des Jahres 2021!

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Politik & Gesellschaft

Aufgepasst: Verbraucherzentrale warnt vor Sperrmülltricksern

Wenn das öffentliche Leben wegen Corona eingeschränkt ist und die dunkle Jahreszeit beginnt, werden die eigenen vier Wände für viele Menschen zum Rückzugsort. Wer es noch gemütlicher haben will, gestaltet dann neu oder räumt um. Verbraucherinnen und Verbraucher, die alte Möbel und anderen Hausrat entsorgen möchten, sollten bei der Auswahl eines Sperrmüllunternehmens jedoch lieber zweimal hinschauen, rät die Verbraucherzentrale Hamburg. Einige Firmen erwecken den Eindruck, ein städtischer Versorger zu sein, verlangen bei der Abholung des Mülls jedoch viel höhere Preise.

“Die Trittbrettfahrer versprechen am Telefon einen annehmbaren Preis von 25 bis 35 Euro pro Kubikmeter Sperrmüll”, berichtet Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg. Sind die Mitarbeiter des Unternehmens vor Ort, wird die Müllmenge plötzlich anders berechnet oder bestimmte Gegenstände zu vermeintlichem Sondermüll erklärt. Das treibt die Kosten in die Höhe. Laut Rehberg sollten sich Betroffene nicht einschüchtern lassen und auf dem vorab vereinbarten Preis bestehen.

Verbraucher können auch von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen. “Von den dubiosen Firmen geforderte Stornierungskosten und Verdienstausfallgebühren sind oft nicht rechtens”, so Verbraucherschützerin Rehberg. Da Verträge mit den privaten Entsorgungsunternehmen oftmals nur telefonisch oder per E-Mail geschlossen werden, können Verbraucher ihren Vertrag grundsätzlich innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Wurde man, wie meist üblich, nicht ausdrücklich auf das Widerrufsrecht und eine mögliche Wertersatzpflicht hingewiesen, so sind für die Anfahrt keine Zahlungen zu leisten.

Rehberg rät, bei der Suche nach Sperrmüllentsorgung im Netz, stets einen Blick ins Impressum der Unternehmensauftritte zu werfen. Fehle dieses ganz oder weise es eine private Firma aus, sollte man keinen Kontakt aufnehmen, sondern lieber nach dem öffentlichen Müllentsorgungsunternehmen Ausschau halten. In Hamburg ist das die Stadtreinigung Hamburg (Am Bullerdeich 19, 20537 Hamburg).

Mehr Informationen zum Thema: www.vzhh.de/sperrmuell.

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Home & Life Lifestyle Natur

Trockene Blätter & Co. nicht wegwerfen!

Herbstlaub auf dem Boden, trockene Gräser im Beet, vergilbte Blütenstände an den Stauden – all das wird häufig als nicht schön empfunden. Der Griff zur Schere und der Müllbeutel für das Laub sind dann meist die Reaktion. Landschaftsgärtner raten jedoch zu einem etwas anderen Blick auf die scheinbar unnützen Pflanzteile und zu etwas mehr Gelassenheit.

„Vertrocknete Blütenstände und Laub übernehmen an den richtigen Stellen im Garten eine wichtige Rolle”, erklärt Wolfgang Groß vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) e.V.. „Die herabgefallenen Blätter der Bäume sind beispielsweise unter Sträuchern und rund um frostempfindliche Pflanzen ein guter Winterschutz, der zudem die Feuchtigkeit im Boden hält. Für Pflanzen, die ihren natürlichen Lebensraum im Wald oder am Waldrand haben, dient das Laub als Mulch, denn es zersetzt sich mit der Zeit und reichert den Boden mit wichtigem Humus an. Außerdem sind diese Laubhaufen für Igel, Insekten und andere Tiere ein optimaler Ort für die Überwinterung.” Doch nicht jedes Laub sei für alle Gewächse gleichermaßen gut, betont der Experte. Das von Obstbäumen, Ahorn, Hainbuchen und Linden verrotte zum Beispiel sehr schnell, Eichen- und Walnusslaub benötige aufgrund des hohen Anteils an Gerbsäure dagegen relativ viel Zeit. Außerdem senke letzteres den ph-Wert des Bodens, was einigen Gewächsen gar nicht gefalle, anderen dagegen guttue wie beispielsweise Rhododendren. „Vom Rasen sollte man die Blätter aber auf jeden Fall entfernen”, erklärt Groß. „Sonst nehmen sie den Halmen Licht und Luft. Das lässt sie gelb werden und begünstigt die Entwicklung von Krankheiten und Pilzen bei den Gräsern.”

Von Gehwegen und Treppen sollte herbstliches Laub unbedingt entfernt werden, denn in Kombination mit Feuchtigkeit oder Frost wird es zu einer rutschigen Angelegenheit. Auf den Müll muss es allerdings nicht, sondern kann an anderer Stelle wichtige Aufgaben übernehmen. Foto: BGL.

Attraktiver Schutz vor Nässe

Zwar ist der Großteil aller mehrjährigen Ziergräser, die hierzulande angeboten werden, winterhart, dennoch benötigen einige einen zusätzlichen Schutz. Nicht die Kälte wird bei ihnen zum Problem, sondern die Nässe der hiesigen Winter. Deshalb lassen Landschaftsgärtner die trockenen Blätter und Blütenstände bis zum Frühjahr stehen, denn sie schützen den Wurzelbereich während der nasskalten Monate. Zusätzlich bringen sie häufig eine Laub- oder Reisigschicht aus. Bei großen Gräsern wie Pampasgras und dem Pfahlrohr empfehlen die Experten für Garten und Landschaft zudem, die Blätter locker zusammenzubinden. Auch bei Stauden und einigen Blütengehölzen wie Hortensien dienen die vertrockneten Pflanzenteile als Schutz, weshalb der Schnitt ins nächste Frühjahr verschoben werden sollte. „Häufig werden die braunen Blätter und Blüten als unattraktiv angesehen, dabei geben gerade sie dem Wintergarten interessante Struktur und auch einen gewissen Zauber. Wenn sich filigrane Eiskristalle auf die Blattränder legen oder eine dünne Eisschicht die Blüten bedeckt, wenn sich die Gräser im Winterwind sanft hin und her bewegen, dann bietet sich dem Gartenbesitzer beim Blick aus dem Fenster ein eindrucksvolles Bild”, hebt Groß vom BGL hervor. „Nicht zu vergessen: Die vertrockneten Samenstände sind während der kargen, kalten Monate für die hier überwinternden Vögel zudem eine wichtige Nahrungsquelle und in den trockenen Stängeln der Gräser und Stauden finden Nützlinge ein gutes Winterquartier.” Weitere Informationen gibt es HIER.

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Natur Termin

Mitmachen und den „Vogel des Jahres“ 2021 bestimmen

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) ruft erstmals die Bevölkerung in Deutschland dazu auf, den „Vogel des Jahres 2021“ selbst zu wählen. Ab sofort kann jeder und jede unter www.vogeldesjahres.de seinen Lieblingsvogel nominieren. Die erste öffentliche Wahl zum 50. Jubiläum der Aktion „Vogel des Jahres“ verläuft in zwei Phasen.

Bis zum 15. Dezember werden aus insgesamt 307 Vogelarten die Top-Ten-Kandidaten ermittelt. Hierbei stehen alle in Deutschland brütenden sowie die wichtigsten Gastvogelarten des Landes zur Auswahl. Die zehn von der Bevölkerung meist nominierten Vogelarten gehen dann ab dem 18. Januar ins finale Rennen um den Titel. Am 19. März 2021 verkündet der NABU den ersten öffentlich gewählten „Vogel des Jahres“.

Leif Miller, NABU-Bundesgeschäftsführer: „Die Bürgerinnen und Bürger können erstmals die Wahl zum Vogel des Jahres selbst in die Hand nehmen. Ob Rotkehlchen, Weißstorch oder Eisvogel – viele Menschen in Deutschland haben einen Lieblingsvogel oder möchten etwas für den Schutz einer bestimmten Art tun. Wir rufen alle dazu auf, sich an dieser Wahl zu beteiligen, denn unsere bedrohte Vogelwelt braucht dringend mehr Aufmerksamkeit.“

Der schönste Bewohner des Alstertals und der Walddörfer: der Eisvogel. Wird er Vogel des Jahres 2021? Vogelfans haben die Wahl. © Volker Schlär/NABU/Vogel des Jahres 2021

Der NABU Hamburg hofft auf eine rege Beteiligung im Norden. Marco Sommerfeld, Referent für Vogelschutz beim Landesverband: „Die Hamburgerinnen und Hamburger haben in den letzten Wochen und Monaten die Natur vor der eigenen Haustüre sehr zu schätzen gelernt und das Interesse an der heimischen Vogelwelt und Artenvielfalt ist groß. Die Hamburgerinnen und Hamburger sind nun eingeladen, bei der Wahl zum Vogel des Jahres mitzumachen. Hierfür braucht es keine besonderen Vorkenntnisse, nur den einen Vogel, der einem am Herzen liegt. Wir sind gespannt auf Ihre Vorschläge.“ Der Vogelexperte hat sich bereits für einen Wunschkandidaten entschieden und macht gleich ein bisschen Wahlkampf für ihn: „Ich würde mich freuen, wenn der Mauersegler zum neuen Vogel des Jahres gewählt wird. Er ist ein typischer Stadtbewohner, dessen Rufe im Sommer mitten in Hamburg zu hören sind. Leider ist diese Art aber durch viele Sanierungsvorhaben in Wohnungsnot geraten, sie droht aus unserer Stadt zu verschwinden. Als Vogel des Jahres 2021 kann der Mauersegler auf den zunehmenden Lebensraumverlust der Gebäudebrüter aufmerksam machen.“ Zu diesen Arten gehören unter anderem Haussperling und Star, die in Hamburg bereits auf der Roten Liste stehen.

Doch nicht nur bei Gebäudebrütern gibt es einen negativen Entwicklungstrend. Rund 45 Prozent der heimischen Brutvogelarten stehen auf der „Roten Liste gefährdeter Arten“, sieben weitere Prozent auf der entsprechenden Vorwarnliste. Besorgniserregend ist vor allem die Situation von Kiebitz, Rebhuhn und Feld-lerche sowie vieler anderer Vogelarten in der Agrarlandschaft. Deutschland verzeichnet seit 1980 bei den Feldvögeln eine Bestandsabnahme von 34 Prozent. Mehr als zehn Millionen Vogelbrutpaare sind damit bereits von den Wiesen und Feldern Deutschlands verschwunden.

Marco Sommerfeld zu den Gründen: „Die Intensivierung der Landwirtschaft schreitet ungebremst voran. Immer mächtigere Maschinen auf immer größeren Feldern lassen den Vögeln immer weniger Lebensraum. In den riesigen leergeräumten Monokultur-Landschaften finden sie keine Nahrung mehr, selbst Feld- und Wegränder werden immer kleiner. Wir brauchen dringend eine andere Form der Landwirtschaft, um die Feldvögel zu retten.“ Auch viele weitere Vogelarten kämpfen mit Problemen. So lässt die Klimaerwärmung den Lebensraum des Alpenschneehuhns schrumpfen.

Auf der Aktionsseite www.vogeldesjahres.de stehen 307 Vogelarten zur Wahl. Zudem gibt es dort ein Live-Ranking zur Wahl. Wer seinen Vogelkandidaten noch mehr unterstützen möchte, kann mithilfe der Aktionsplattform online oder offline Wahlkampf betreiben. Der „Vogel des Jahres“ wurde in Deutschland erstmals im Jahr 1971 und seitdem immer aus einem Gremium aus Fachleuten des NABU gekürt.

Mehr Infos und zur Teilnahme an der Abstimmung gibt es HIER!

Aufmacherfoto: Bienenfresser © Moritz Gasche/NABU/Vogel des Jahres 2021