Kategorien
People Politik & Gesellschaft

Wieviel Frauenquote brauchen wir?

Podcast mit der Lemsahlerin Kristina Tröger

Sie ist eine vielseitige Frau. Unternehmerin, CeU-Präsidentin und Netzwerkerin. Was beschäftigt sie derzeit am stärksten? Wie wichtig sind gemischte Teams? Was ist von der Frauenquote zu halten? Darüber sprach Wolfgang E. Buss mit der Business-Frau in einem Podcast der Reihe AlsterCast.

„Wir leben im 21. Jahrhundert und haben noch immer ein Ungleichgewicht bei Frauen in der Gesellschaft. Insbesondere bei DAX-Vorständen wird das deutlich.“ Kristina Tröger findet klare Worte. Viele Frauen erlebten das nicht so stark. So herrschen zum Beispiel in Berufen wie Lehrerinnen oder Krankenhauspersonal sehr ausgeglichene Geschlechteranteile, in denen es keiner Quote bedarf. Deshalb sind Frauen in mittleren Hierarchien oft gegen die Quote. Dort ist sie nicht wichtig. Je höher allerdings die Positionen in Konzernen werden, desto deutlicher wird sichtbar: Hier haben fast nur noch immer Männer das Sagen. Doch warum ist das so? Die CeU-Präsidentin hat da Erklärungen: Männer ziehen immer Männer nach! Und, das ergänzt sie deutlich: Wir müssen den Frauen sagen: Zieht Frauen nach, wenn ihr in guten Positionen seid.     

Frauen würden viel mehr hinterfragen, so Tröger. Am Beispiel Aufsichtsrat macht sie es deutlich: Wenn ein Mann angerufen wird, ob er einen Aufsichtsrats-Posten annehmen möchte, sagt der sofort: ja! Eine Frau fragt zunächst nach, was ist denn das, was gibt es zu tun, was genau sind meine Aufgaben?

Das Engagement für die Frauen in Unternehmensführungen, warum ist das immer noch so wichtig? Dazu gibt es viele Erklärungen, auch wissenschaftliche. Es habe auch mit der Kinderbetreuung und dem Schulsystem zu tun, besonders bei Alleinerziehenden könne es zu einer Überforderung durch die Doppelbelastung kommen.

Wollen Frauen sich nicht in das Hauen und Stechen begeben? In die Kämpfe in den Konzernspitzen, mit 16-Stunden-Tagen? Dabei seien gemischte Teams, laut der CeU-Präsidentin, das Beste. Und Frauen müssen Frauen nach ziehen.

Tröger spricht sich deutlich für gemischte Teams aus. Nicht für reine Frauen-Teams. Sie seinen wissenschaftlich belegt das erfolgreichere Modell. Sie sind effizienter und haben die besten Ergebnisse im Ertrag. Doch die Konzernspitzen sind oft verkrustet, und was Deutschland angeht, nicht immer flexibel, in Chance-Prozessen oft unterlegen. Es steht die Frage im Raum, hätten wohl Frauen den millionenfachen Abgas-Manipulationen bei VW zugestimmt oder einen anderen Weg beschritten?

Die zwei wichtigsten Positionen in Europa sind mit Frauen besetzt: Angela Merkel als Kanzlerin der größten europäischen Volkswirtschaft und Ursula von der Leyen als Präsidentin der EU-Kommission. Doch Kritiker und Zeitgeschichtler stellen insbesondere Merkel ein bitter schlechtes Zeugnis aus: Nie war die deutsche Gesellschaft so tief gespalten in der Nachkriegsära wie unter Merkel. Und nie konnte eine AfD mit sagenhaften 20 % zur stärksten Opposition im Deutschen Bundestag werden, ein Ausdruck der Abspaltung großer Gesellschaftsgruppen, die sich angewidert von der Merkel-Politik abgewandt haben. Verbindend war da nichts! Man könne nicht alle Frauen über einen Kamm scheren, so Tröger. Einzelne Frauen, wie Merkel, sind nicht typisch für femininen Führungsstil. Auch eine Frau könne zum Machtmenschen werden, und ausgleichende Elemente in den Hintergrund geraten. Mit „typisch Frau“ ist nicht alles zu beantworten. Auch bedeutende Klima-Ikonen – Greta Thunberg und Luisa Neubauer – sind weiblich. Mit ihnen führen zwei junge Frauen die Bewegung. Doch auch Thunberg spaltet die Gesellschaft tief. Mit ihren Beschimpfungen während des Auftritts in der UNO („How dare you?“) behauptete sie, man habe ihr die Zukunft genommen. Kritiker werfen ihr vor, kein Verhältnis zur Realität zu haben. Schließlich lebe sie in einer Welt mit der geringsten Kindersterblichkeit, den meisten Frauenrechten, den wenigsten Hungertoten weltweit, die es je gab. Auch hier reicht Weiblichkeit alleine nicht.

Wie sieht Kristina Tröger die zunehmend eingeschränkte Meinungsfreiheit in unserer Gesellschaft? „Im vergangenen Jahr gab es einen großen Artikel in der ZEIT, nach der 70 Prozent der Bundesbürger ihre Meinung nicht mehr frei sagen wollen“, so Tröger, und das sei beängstigend! Ein Familienvater mit Kindern wird sich in seinem Unternehmen nicht mehr offen zur illegalen Migration äußern – aus Angst, den Job zu verlieren. Aktuell können wir nicht einmal mehr einfach auf die Straße gehen – wegen Corona. „Für mich war die Freiheit immer das Wichtigste in unserer Gesellschaft. Doch was wird aus diesem Land?“, fügt sie hinzu. Mut und Courage fehlen auch in vielen deutschen Medien. Man muss schon genau suchen, guten Journalismus zu finden.

„Wie wird es nach Corona weiter gehen?“, fragt sie sich. „Werden wir uns je wieder so unbeschwert – auch in Gesellschaft – küssen können, wie wir das einst getan haben?“

Welche Tipps hat Kristina Tröger für Unternehmerinnen und ihre Unternehmen aktuell, um die Krise zu bewältigen? „Weiterhin mutig sein, sich selbst stärken – und sich auch um sich selbst kümmern. Und einen guten Spirit behalten. Wir Unternehmerinnen sind eine besondere Spezies und müssen unseren Weg gemeinsam und konsequent weiter gehen!“


Kristina Tröger und der CeU

Kristina Tröger lebt in Hamburg-Lemsahl und äußert sich zu vielen wichtigen Fragen rund um Frauen in Führung, ob als Unternehmerin oder als Managerin. Der Club europäischer Unternehmerinnen e.V. (CeU) wurde auf Initiative von Kristina Tröger am 4. Dezember 2015 in Hamburg mit 40 Unternehmerinnen gegründet.
Alle Gründungsmitglieder waren sich einig, dass die Zeit mehr als reif war für dieses neue und moderne Netzwerk erfolgreicher Unternehmerinnen, das überparteilich und unabhängig Frauen in der Wirtschaft fördert. Mittlerweile sind weit über 700 Macherinnen im internationalen Netzwerk des Clubs vereint.
Wir verstehen uns als „Die moderne Stimme der Unternehmerinnen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft“. Dabei geht es erneut um die Frage, warum gibt es mehr Lehrerinnen als männliche Lehrer – aber in den Führungsebenen der Unternehmen eine Männerherrschaft. Kristina ist überzeugt, gemischte Teams wären erfolgreicher!

Hier den Podcast hören!

https://magazine.hamburg/alstercast-frauen-in-fuehrung/
Hier klicken!
Kategorien
People Politik & Gesellschaft

„Zukunfts-Republik“

Ein neues Buch, geschrieben von über 80 Autoren, springt mit seinen Lesern in die 2030-er Jahre. Der Alstertaler Unternehmer Philipp Möller und Dr. Christoph Ploß (CDU-Chef in Hamburg) sind Co-Herausgeber – mit einem Blick in die Zukunft. Von Wolfgang E. Buss

Warum man uns Lesern als allererstes einen Tritt in die Magengrube verpasst, um den Hinweis zu bekräftigen, wie „strukturell- oder alltagsrassistisch“ wir doch alle seien, bleibt unbeantwortet. Dr. Irène Kilubi (laut Instagram: Community Building | Corporate Influencer Strategy) jedenfalls darf als Opener und erste Autorin des hier vorgestellten Buches, einen Rundumschlag austeilen. Rassismus und Diskriminierung gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund bei der Personalauswahl ständen noch immer im Mittelpunkt, so Kilubi. Sie hätte dem Buch und den folgenden 79 Autoren einen Gefallen getan, differenzierter zu denken. Wir – als Magazin-Verlag-Hamburg – zum Beispiel, sind keine Rassisten – wenn wir Menschen ohne Deutschkenntnisse nicht onboarden können, liegt das alleine an der Sprachbarriere. Das wird auch für 2030 und viele, viele andere Unternehmen gelten! 

„Woran denken Sie, wenn Sie an die Zukunft denken“, fragt der Alstertaler Unternehmer Philipp Möller (Geschäftsführer Möller & Förster GmbH) in seinem Vorwort des Buches als Leitgedanken. Wenn er mit Menschen in seinem Umfeld über Zukunft spreche, treffe er immer wieder auf „German Angst“. Dabei besäßen wir doch eine hohe Reagibilität und Resilienz, neue Ideen umzusetzen. Zukunftsängste, also die Sorge der Deutschen vor den gigantischen Disruptoren Google, Facebook, Amazon und Co. und einer Berliner Bad-Governance, bezogen auf Innovation, sind allerdings schon fast berechtigt. Und dazu macht Möller in seinem Beitrag auch konkrete Vorschläge: So spricht er sich aus für den datengetriebenen und digitalisierten Staat und unterbreitet Politik und Verwaltungen Konzepte, um schnellere und effizientere Verwaltungen zu entwickeln. Das aber muss auch bedeuten, Personal im Staatsdienst den nötigen Changeprozessen anzupassen. Er fordert beim Recruiting junger Talente „digital first“ für den Staatsdienst, sowie den Blick stärker auf das „Digital-Skillset“ der Bewerber zu richten (als auf das rote oder grüne Parteibuch, wie derzeit in Hamburg wieder sehr ausgeprägt üblich, Anm. d. Red). So lautet einer seiner „Zukunfts-Bausteine“ für den digitalen Staat, in vielen Bereichen „KPI-getrieben“ zu operieren, um Soll- und Istgrößen besser zu vergleichen. Folgt man den 2030-Visionen Phillip Möllers, werden wir zahllose Optimierungsreserven identifizieren und nutzen, um so in eine Gesellschaft zu gleiten, in der der Verwaltungs-Staat auf das Smartphone reduziert wird.

Reisen wir ein Stück mit Christoph Ploß in die Zukunft wird schnell klar, die einfache Reduzierung von urbaner Mobilität auf das Fahrrad bleibt etwas für einfache Gemüter und Senatoren, deren höchster Innovationssprung die Erfindung des Fahrradhelms darstellt. Ploß sieht eine Zukunft mit fliegenden Taxis und autonom fahrenden Autos. Eine 5G-Gigabit Technologie, die intelligente und visionäre Mobilität in den Vordergrund von Forschung und Entwicklung stellt, statt sich dauernd vom Abendblatt mit Fahrradhelm-Fotos zum Helden schreiben zu lassen (Anm. der Red.). Wer autonomes Fahren vorantreibt, spart Menschenleben, rechnet Ploß vor. Denn das größte Risiko, um vom Fahrrad oder Auto direkt auf dem Friedhof oder im Krankenhaus zu landen, ist aktuell der Mensch! Alkohol am Steuer, die Schnell-noch-tippen-WhatsApp beim Abbiegen, Aggression bei Radfahrern oder Selbstüberschätzung bei den Autoposern, sind die Gefahren – nicht der Fortschritt. Künstliche Intelligenz wird diese Spezies mit modernster Mobilitätssteuerung und Überwachungstechnologien aus dem Verkehr ziehen, hin zu einer entspannteren Mobilitäts-Gesellschaft. Und das alles zunehmend CO2-frei (rechnet man CO2-Rucksack eine E-Auots einfach mal nicht mit), weil ein Netz intelligenter Ladensäulen das hoch volatile Angebot erneuerbarer Energien kompensieren kann, gestützt von lokalen Wasserstoff-Stationen, die überschüssigen Strom an sonnen- und windreichen Tagen zwischen speichern.

Besonders spannend die Vision des jungen Raoul Roßmann (Rossmann Erbe). Er sieht 2030 bereits als die „Post-Amazon-Ära“, mit revitalisierten Innenstädten, zerschlagenen Konzernen wie Google, Facebook oder eben Amazon. Vereinfacht gesagt, würde ein konsequent angewandtes Kartellrecht (knacken der Monopole) und die direkte Besteuerung der Online-Plattform-Giganten am Point-of-Sale, den Durchbruch bringen. Denn sie gedeihen an der völlig verfehlten Fiskalpolitik (Olaf Scholz) und der für sie künstlich entstandenen Marktvorteile (siehe Pandemie: die Läden sind leer – die Plattform-Umsätze gehen durch die Decke, ohne Ausgleichszahlungen!).  

So ist das Buch insgesamt ein Mutmacherbuch für alle, die Spaß haben, Zukunft neu zu denken. Und für jene, die mit ihrem genaueren Hinsehen das Vertrauen in viele irrlichternde Figuren der Hamburger oder Berliner Politik verloren haben und sich sorgen, das Deutschlands Zukunft verspielt wird.

Zukunftsrepublik: 80 Vorausdenker*innen springen in das Jahr 2030 von Marie-Christine Ostermann , Celine Flores Willers, et al.; campus Verlag

Kategorien
Politik & Gesellschaft Sport

500.000 Euro für Projekte im Hamburger Sport

Der Poppenbütteler Unternehmer und Mäzen Alexander Otto fördert mit seiner Alexander-Otto-Sportstiftung auch in diesem Jahr wieder zahlreiche neue Projekte im Hamburger Sport. Gesamtvolumen rund 500.000 Euro. Der Behindertensport und ein Pilotprojekt für zukünftige Vereinskooperationen bilden dabei den Schwerpunkt. Hier die Projekte, die gefördert werden:

• Bei der Evangelischen Stiftung Alsterdorf und dem Hamburger Sportbund finanziert die Stiftung die Stellen von zwei Sportlotsen. Die Lotsen gehen auf behinderte Menschen zu und vermitteln ihnen entsprechend ihrer Neigungen Sportangebote in Wohnnähe. Mit den Vereinen werden im Vorwege die Angebote besprochen. Auf diese Weise bringen die Lotsen behinderte Menschen und Sportangebote passgenau zusammen.
• Die Stiftung unterstützt Special Olympics Hamburg beim Aufbau neuer Bewegungsangebote für Menschen mit geistiger Behinderung in Betreuungseinrichtungen während der Corona-Pandemie. Nach Lockerung der Maßnahmen sind zudem Sport-Aktions-Tage und Sport-Kurse geplant.
• Mit der tus Berne, dem SC Condor und Farmsener TV startet die Stiftung ein Pilotprojekt: Ziel ist es, unter diesen Vereinen eine Kooperation zu entwickeln, von der alle drei Vereine profitieren und die für andere Vereine ein Zukunftsmodell sein kann. Ehrenamtliche sollen dadurch entlastet, Synergien geschaffen und die Vereine damit zukunftsfähig werden. Dabei behalten die Vereine ihre Eigenständigkeit und Identität bei. Die Innovationsplattform FUTURY wird den umfänglichen Prozess moderieren.
• Vom 22. – 24. April findet in Hamburg der „Sports, Medicine und Health Summit“ statt. Ein Schwerpunkt ist die Bewegungsförderung von Kindern und Jugendlichen. Im Rahmen des Summits wird ein Award ausgelobt, für den sich Schulen mit innovativen Bewegungsangeboten bewerben können. Die besten drei Angebote werden durch die Stiftung prämiert.
• Sehr umfänglich fördert die Stiftung auch weiterhin Hamburgs Schulsport. Fünf Schulen erhalten auch im nächsten Jahr die Möglichkeit, ihren Sportunterricht in der q.beyond-Arena zu veranstalten.
• Die Handballer des HSV Hamburg zählen inzwischen dank ihrer guten Nachwuchsarbeit zur Spitze der 2. Liga. Die Sportstiftung unterstützt auch weiterhin die erfolgreiche Nachwuchsarbeit.
• Am 9. Februar verleiht die Stiftung zum elften Mal den Werner-Otto-Preis im Hamburger Behindertensport für vorbildliche Projekte.

„Mir ist wichtig, gerade auch behinderten Menschen den Zugang zum aktiven Sport zu eröf-nen. Dabei sollen künftig zwei Sportlotsen unterstützen, indem sie inklusive Angebote in Vereinen bedarfsgerecht an behinderte Menschen vermitteln und damit eine Brückenfunktion übernehmen. Zudem möchten wir ein Zukunftsmodell entwickeln, wie ehrenamtlich geführte Vereine durch Vereinskooperationen profitieren“, so Alexander Otto, Kuratoriumsvorsitzender seiner Sportstiftung. (Foto: © Kai Wehl)


Die Alexander-Otto-Sportstiftung
ECE-Chef und Mäzen Alexander Otto hat seine Sportstiftung 2006 gegründet. Seitdem hat die Stiftung Projekte in einem Umfang von über 17 Mio. Euro gefördert. Zu ihren Förder-schwerpunkten zählen insbesondere der Nachwuchs- und Behindertensport.

Mehr Infos gibt es HIER.

Kategorien
Politik & Gesellschaft

Mobilitäts-Umfrage der FDP Wandsbek

Fahrrad, Autos, fehlende Parkplätze? Mit einer Online-Umfrage möchte sich die FDP Wandsbek einen Überblick in Mobilitätsfragen beschaffen.
Kategorien
Politik & Gesellschaft

Murks, Mist, Millionenkosten

Planungsmängel, verstrichene Deadlines und explodierende Kosten: Das kennen wir Hamburger doch schon. Die neueste „Elphi“ steht an der Uni: Das „Haus der Erde“ soll statt 177 Millionen Euro jetzt 303 Millionen kosten und fünf Jahre später als geplant eröffnen.
Kategorien
Politik & Gesellschaft

Drei Jahre Ausnahmezustand?

In einem mindestens dreijährigen Kraftakt wird die Wellingsbütteler Landstraße ab Sommer 2021 saniert. Lokale Geschäftsleute befürchten “katastrophale soziale und finanzielle Folgen”.
Kategorien
Natur Politik & Gesellschaft

Beseitigung von Klimaschäden in den Walddörfern

Auf den Waldflächen der Revierförsterei Volksdorf ist es zu vielfältigen Schädigungen an den Bäumen gekommen. Diese sind bedingt durch den Klimawandel, fehlende Niederschläge und die Rekordsommer 2018, 2019 und 2020. Unter anderem sind im Laubwald Grünastabrisse an gesund anmutenden Eichen und Buchen zu beobachten. Insbesondere der Nadelwald ist stark geschädigt worden, da er durch die extreme Trockenheit sehr geschwächt und infolge dessen für Käfer attraktiv wurde. Die Bäume wurden durch Borkenkäfer wie den Buckdrucker (Ips typographus) und Kupferstecher (Pityogenes chalcographus) beflogen, stark besiedelt und dadurch zum Absterben gebracht. Zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit in den Erholungswäldern wird das Bezirksamt nun damit beginnen, die Schädigungen aufzuarbeiten und zu beseitigen.

Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff: „Neben dem Erholungsfaktor für die Menschen liegt uns die Gesundheit unseres Waldes sehr am Herzen! Aus diesen Gründen müssen wir jetzt reagieren und die geschädigten Bäume im gesamten Revier aufarbeiten.“

Volksdorfs Revierförster Alexander Knöttgen: „Für mich ist am Ende entscheidend, dass alle Bürgerinnen und Bürger sicher durch unseren Erholungswald kommen und auf den Schadflächen neuer gesunder Laub- und Mischwald durch Naturverjüngung und Nachpflanzungen entstehen kann. Die Maßnahmen werden zu kurzfristigen Sperrungen und zeitweise schlechterem Zustand der Wege führen, die wir schnellstmöglich wieder instand setzen werden.“

Das Bezirksamt plant unter anderem den Einsatz einer Wald-Spezial-Erntemaschine. Die toten Bäume werden gegriffen und in verwendungsbezogene Teillängen zersägt, die dann im Anschluss einem volkswirtschaftlichem Nutzen zugeführt werden.

Eine solche Maßnahme unter Einsatz der Spezialmaschine ist mit einer kurzen Störung verbunden. Sobald die Maschine die Waldwege befährt, sind die betroffenen Wege für Waldbesucherinnen und Waldbesucher aus Sicherheitsgründen gesperrt. Ein Transportfahrzeug wird die zerteilten Stämme an zuvor ausgewählten Plätzen aufschichten. Von dort werden diese dann mit einem Holz-LKW abtransportiert. Umgehend nach dem Abtransport des Holzes werden einige Waldwege in einem etwas schlechteren Zustand sein als vorher. Die Organisation der Instandsetzung der Waldwege wird nach Abschluss der Maßnahme umgehend erfolgen.

Der Einsatz einer Wald-Spezial-Erntemaschine dient dem Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Revierförsterei. Der Holzkörper der abgestorbenen Bäume wird nicht mehr mit Wasser und Nährstoffen versorgt, da die Borkenkäfer die lebensnotwendige Wachstumsschicht in der Rinde der Bäume zerstört haben. Die Bäume haben ihre Flexibilität verloren und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können trotz aller Vorsichtsmaßnahmen nicht mehr genau einschätzen, wie gefährlich und einsturzgefährdet ein bereits abgestorbener Baum ist.

Kategorien
Politik & Gesellschaft

Franziska Hoppermann für den Bundestag nominiert

Der Kreisvorstand der CDU Wandsbek hat die Bergstedterin Franziska Hoppermann einstimmig als Wandsbeker Kandidatin für die Bundestagswahl 2021 nominiert. Franziska Hoppermann ist 38 Jahre alt, verheiratet und hat einen Sohn. Ihre politischen Schwerpunkte sind unter anderem Kinder-, Jugend- und Verkehrspolitik.

Franziska Hoppermann, Fraktionsvorsitzende der CDU-Bezirksfraktion Wandsbek und Nominierte der Wandsbeker CDU für den Bundestag:  “Über die Nominierung und das in mich gesetzte Vertrauen freue ich mich sehr! Unser gemeinsames Ziel ist es, wieder das Direktmandat für Wandsbek zu gewinnen. Dieser Herausforderung stelle ich mich sehr gern. Als Fraktionsvorsitzende der Bezirksfraktion ist Wandsbek meine politische Heimat, die ich ab nächstem Jahr mit viel Herzblut und Engagement in Berlin vertreten möchte.”

Dennis Thering, Kreisvorsitzender der CDU Wandsbek: „Mit Franziska Hoppermann haben wir eine starke Kandidatin mit viel Erfahrung in verschiedenen Feldern von Verwaltung und Politik. Unser Bezirk braucht wieder eine überzeugende Vertretung in Berlin. Die nächste Bundestagswahl wird etwas Besonderes, da wir als Union erstmals seit langer Zeit ohne Angela Merkel ins Rennen gehen. Umso wichtiger ist es, dass wir auch in den Wahlkreisen alles geben und vor Ort stark sind. Ich freue mich darauf, mit Franziska Hoppermann gemeinsam in den Wahlkampf für Wandsbek zu ziehen, sobald ihr dann auch im Januar die Mitglieder auf  der Wahlkreisversammlung das Vertrauen geschenkt haben.“

Kategorien
Politik & Gesellschaft

Offene Kinder- und Jugendarbeit: FDP fordert Stopp der Unterfinanzierung

“In manchen Stadtteilen in Wandsbek gibt es kein Angebot im Rahmen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit”, erklärt die Wandsbeker FDP-Fraktionsvorsitzende Birgit Wolff. Auf eine kleine Anfrage hin fand ihre Partei heraus, dass laut Verwaltung die Stadtteile Poppenbüttel, Sasel, Tonndorf, Wellingsbüttel und Wohldorf-Ohlstedt haben nichts dergleichen haben. “Trotzdem findet die Verwaltung das Angebot angemessen und ausreichend”, so Wolff und fügt hinzu, dass es selbst da, wo solche Einrichtungen bestehen würden, diese unterfinanziert sein.

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) wertet die FDP Fraktion Wandsbek als sehr wichtiges Angebot, Kinder und Jugendliche in ein selbstbestimmtes und mündiges Leben zu führen: „Nicht nur das Elternhaus und die Schulen dürfen Ansprechpartner für die Kinder und die Jugendlichen sein“, sagt Dr. Petra Haunhorst von der Wandsbeker FDP-Fraktion, „für die Entwicklung brauchen die jungen Hamburger und Hamburgerinnen auch Ansprechpartner und Kontakte innerhalb ihres eigenen Sozialraumes!“ Genau diese Angebote sind aber, wie die Antwort der Verwaltung auf eine schriftliche Kleine Anfrage (Drucksache 21-2129) der FDP-Fraktion zeigt, im Bestand gefährdet.

Obwohl auch die rot-grüne Regierungskoalition in der Wandsbeker Bezirksversammlung eine Sicherung der Arbeit der OKJA unterstützt, wie ein entsprechender fraktionsübergreifender Antrag in der Septembersitzung des bezirklichen Jugendhilfeausschusses zeigt, schützt das die entsprechenden Träger nicht vor den erheblichen Sparmaßnahmen des rot-grünen Senats.

Dabei ist schon jetzt das Angebot für eine Vielzahl von Kindern und Jugendlichen im Bezirk überhaupt nicht vorhanden, wie Dr. Haunhorst kritisiert: „Unsere Kleine Anfrage hat gezeigt, dass es in den Stadtteilen Poppenbüttel, Sasel, Tonndorf, Wellingsbüttel und Wohldorf-Ohlstedt derzeit überhaupt keine entsprechenden Treffpunkte für diese Zielgruppe gibt! Hier ist unsere junge Generation auf sich allein gestellt.“ Besonders ärgerlich sei vor diesem Hintergrund, dass die Antwort des Bezirksamtes von einem guten bestehenden Angebot gemäß dem Bedarf spreche: „Die Verantwortlichen scheinen nicht angemessen auf die desolate Situation zu reagieren!” Dahinter sei auch politischer Wille erkennbar, betont der Sprecher der FDP Fraktion im Regionalausschuss Walddörfer, Finn Ole Ritter: „Es ist offensichtlich, dass die Träger der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in den letzten Jahren immer mehr an den Rand gedrückt werden vom Ganztagsbetrieb in Kita und Schule – und damit hinein in Strukturen, die vom Staat gelenkt und kontrolliert werden.“ Individuelle Entfaltungsmöglichkeiten und persönliche Weiterentwicklung benötigten aber Freiraum und Freiwilligkeit. Ritter: „Gerade diese wertvolle präventive Sozialarbeit wurde in den vergangenen Jahren immer weiter zu Gunsten der sStaatlichen Angebote geschwächt.“

Die FDP Fraktion Wandsbek sieht die chronische Unterfinanzierung der Leistungen der OKJA als Beleg für diese unerfreuliche Entwicklung und fordert die Verwaltung auf, die Zukunft der Offenen Kinder- und Jugendarbeit zu sichern und die Unterfinanzierung endlich zu stoppen. Gerade jetzt in den Kontakt begrenzenden Zeiten seien kompetente Ansprechpartner für die Kinder und Jugendlichen fast nicht zu ersetzen – laut aktueller Verordnung der Senatskanzlei (§§ 4 und 25) sind Angebote der Kinder- und Jugendarbeit auch in Zeiten der Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus daher dezidiert erlaubt. „Die Relevanz dieser Angebote zeigt sich in der zügigen klaren Erlaubnis der Wiedereröffnung der Einrichtungen nach dem Frühjahrs-Lockdown ab dem 13. Mai,“ so Birgit Wolff, Vorsitzende der FDP Fraktion Wandsbek, „wir fordern die Verwaltung und den Senat daher auf, das Leistungspotential dieser Einrichtungen nicht nur anzuerkennen, sondern auch mindestens den Bestand nachhaltig abzusichern!” 

Aufmacherfoto: Gerade jetzt in den Kontaktbeschränkungszeiten ist die Offene Kinder- und Jugendarbeit wie hier im „JuLe“ in Lemsahl eine wichtige Anlaufstelle – die FDP Fraktion Wandsbek fordert daher nachhaltige Absicherung für diese Einrichtungen. © FDP Fraktion Wandsbek

Kategorien
Natur Politik & Gesellschaft

Der Große Wiesenknopf ist die 42. Blume des Jahres

Seine Bestände sind rückläufig, sein Zuhause bedroht: Mit der Wahl des Großen Wiesenknopfes zur Blume des Jahres setzt sich die Loki Schmidt Stiftung für den Erhalt seines artenreichen Lebensraumes, das extensiv genutzte Grünland, ein. Die Bekanntgabe der „Blume des Jahres“ fand im Botanischen Sondergarten Wandsbek im Beisein der prominenten Stiftungs-Botschafter John Langley und Lothar Frenz, Geschäftsführer Axel Jahn, Leiterin des Projektes „Blume des Jahres“ Paula Höpfner und Helge Masch, Leiter des Sondergartens, statt.

Bunte Blumen, umherschwirrende Bienen, Schmetterlinge und Libellen: Der Anblick artenreicher Wiesen mag noch einigen vertraut vorkommen. Extensives, also schonend genutztes Grünland ist in den letzten 50 Jahren jedoch massiv zurückgegangen. Dabei zählt es zu den artenreichsten Lebensräumen unserer Kulturlandschaft. Der Blüten- und Strukturreichtum des Grünlands, insbesondere der Feucht- und Nasswiesen, bietet nicht nur dem Großen Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis), sondern zahlreichen Tier- und Pflanzenarten eine wichtige Lebensgrundlage. Darunter zum Beispiel dem Schlangen-Knöterich und der Kohl-Kratzdistel, dem Kiebitz und anderen Wiesenvögeln, und seltenen Schmetterlingsarten. Unsere Blühwiesen – tierisch wichtig!

© Loki Schmidt Stiftung/J. Denstorf

Aufgrund der maschinell schwierig durchzuführenden Bewirtschaftung und des relativ geringen Ertrags wurde vielerorts die klassische Heugewinnung auf solchen Standorten aufgegeben. Unter den heutigen Marktbedingungen sind sie unwirtschaftlich geworden. Stattdessen wurden viele dieser Wiesen trockengelegt, intensiv beweidet oder zu Äckern umgebrochen. Anderenorts wurde die Bewirtschaftung ganz aufgegeben. Schilf, Hochstauden und Gehölze traten an die Stellen der bunten Wiesenblumen.

Mit der Benennung des Großen Wiesenknopfes zur Blume des Jahres möchte die Loki Schmidt Stiftung auf die komplexen Probleme der Intensivierung der Grünlandwirtschaft aufmerksam machen. Als Teil der traditionellen Kulturlandschaft sind diese Lebensräume zwar weitgehend menschengemacht, haben sich aber über Jahrtausende zu einem festen, artenreichen und schützenswerten Teil Mitteleuropas entwickelt. Lebensräume wie diese zeigen, welch hohe Verantwortung wir übernehmen, wenn wir die Landschaft um uns herum überformen.

Im kommenden Jahr möchte die Loki Schmidt Stiftung gemeinsam mit ihren Spender*innen ein Zeichen für Natur- und Klimaschutz setzen, extensives Grünland schonend offenhalten und als Stiftungsland dauerhaft sichern.

Wer sich umfassend über den Großen Wiesenknopf und seinen gefährdeten Lebensraum Grünland informieren möchte, für den hat die Stiftung verschiedene Informationsmaterialien erarbeitet. Mit faszinierenden Naturaufnahmen und informativen Texten gibt eine hochwertig gestaltete, ausführliche Broschüre einen Einblick in den Lebensraum und beleuchtet dabei auch die zwei Schmetterlingsarten, den Hellen und Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling, die auf besondere Art und Weise von der Blume des Jahres abhängig sind.

Wer Garten oder Balkon hat, kann sich mit der Samenpostkarte 2021 nicht nur einen wahren Blickfang heranziehen, sondern sorgt durch die Aussaat auch gleich für ein reichhaltiges Nahrungsangebot für zahlreiche Insekten. Auch der Kalender und die alljährliche Postkarte zur Blume des Jahres sind bei der Loki Schmidt Stiftung unter bestellung@loki-schmidt-stiftung.de gegen eine Gebühr erhältlich (Broschüre: 4,- €, Samenpostkarte: 3,- €, Kalender: 4,- €, Postkarte: Spende erbeten)

2021 wird die Stiftung verschiedene Führungen, Tagungen und andere Aktionen zum Großen Wiesenknopf anbieten und die Pflanze in ihrem natürlichen Lebensraum vorstellen. Die Termine werden ab Februar auf der Website (www.loki-schmidt-stiftung.de) und im Veranstaltungskalender veröffentlicht.

Die Loki Schmidt Stiftung kauft, gestaltet und pflegt seit 40 Jahren Grundstücke für den Naturschutz, damit selten gewordene Pflanzen und auch Tiere dort überleben können. Viele praktische Projekte zum Schutz der Natur in Hamburg und ganz Deutschland haben die Stiftung bekannt gemacht. Mit der Aktion „Blume des Jahres“ rückt die Loki Schmidt Stiftung seit 1980 in jedem Jahr einen selten gewordenen Lebensraum in den Fokus und gibt der Natur damit eine Stimme.

HIER gibt es ein kleines Video zur neuen Blume des Jahres 2021!